Die Bürgersprechstunde zum Thema „Jugend für Politik begeistern“

Florian Braun erklärte seinen Weg in die Politik

Sigrid Alt begrüßte an diesem Dienstagabend 29 Gäste und betonte, dass der Bürgerverein Porz-Mitte (BVPM) sich sehr freue, dass Florian Braun, trotz seiner angespannten Terminlage, heute unser Gast ist. Vorausschauend hatten wir schon im Sommer letzten Jahres den Termin festgezurrt.

Dass wir damit heute ganz aktuell im Trend liegen, zeigt doch das gute Gespür des BVPM für die Wahl seiner Referenten.

Frau Alt betont, dass diese Bürgersprechstunde keine Wahlveranstaltung sei, sondern anhand der Ausführungen von Herrn Braun aufzeigen soll, dass sich junge Leute doch für Politik begeistern können und wie seiner Meinung nach dieser Weg beschritten werden kann.

In einer lokalen Zeitung von Samstag davor war unter der Rubrik > Jugend und Demokratie < ein Artikel „Politikverdrossenheit war gestern“ zu lesen. Junge Menschen wollen demnach raus aus der „Komfortzone“ und interessieren und engagieren sich wieder für Politik.

Florian ist 27 Jahre alt und zurzeit stellv. Kreisparteivorsitzender der CDU sowie Landesvorsitzender der Jungen Union NRW. Er ist in Porz aufgewachsen, hat in der GGS Hauptstraße – unserer Schule im Herzen von Porz – das ABC gelernt und ist anschließend in Zündorf auf das Lessing-Gymnasium gegangen. Dort wurde er zum Schülersprecher gewählt. Sein Einsatz als Messdiener in der Pfarrei St. Josef hat sich ebenfalls sozial ausgewirkt. Nach erfolgreichem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Uni Köln arbeitet er derzeit als Angestellter in einem Verband der Telekommunikationswirtschaft für den Breitbandausbau in Porz-Mitte.

Vor etwa 12 Jahren ist er über einen jungen Freund zur Jungen Union (JU) gekommen. Man hat sich dort unter den jungen Leuten direkt gut verstanden. Im Elternhaus wurde auch immer über Politik gesprochen und erörtert, sich mit irgendeinem Engagement in die Gesellschaft einzubringen. Deshalb möchte er auch viele junge Leute dazu bringen, sich politisch zu engagieren, um Demokratie zu leben, die von Menschen lebt, die sich beteiligen. Bundesweit geht das parteipolitische Engagement Jugendlicher in den Jugendorganisationen zurück. Deshalb freut er sich, dass bei der JU Köln noch steigende Mitgliedszahlen zu verzeichnen sind.

Florian Braun spricht über das hohe Gut des Wahlrechts. Er propagiert dies auch bei den Jugendlichen. Wir erleben immer wieder, dass durch geringe Wahlbeteiligung extreme Parteien Zuwächse erzielen.

Er spricht junge Menschen an, sich für Politik zu begeistern und bringt sie mit anderen zusammen, um im gegenseitigen Diskurs Gehör zu finden. Gerade in der derzeitigen Parteiverdrossenheit, die bei vielen auf dem „Einheitsbrei“ aller demokratischen Parteien fußt, ist viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Rückschläge und Misserfolge müssen in Kauf genommen werden, dürfen aber nicht mutlos machen. Weltweit haben wir derzeit ein spannendes politisches Umfeld, dafür sollte man sich trotz aller Nervosität engagieren.

Kluge Köpfe der Uni Köln sind international begehrt. Die Politik muss die Rahmenbedingungen für günstige Wohnungen, Strukturen und attraktive Studien- und Arbeitsplätze schaffen, denn sonst wandern diese jungen Leute ab.

17 Kandidaten unter 30 Jahren werden in NRW für den Landtag kandidieren. Sie werden auch Generationenpolitik betreiben.

Florian Braun verweist auf den BVPM, dessen Arbeit mit vielen aktuellen Themen auch politisch ist. Auch zeigt der BVPM mit seiner bildungspolitischen Förderung der Jugend auf, dass schon sehr früh angesetzt werden muss, um Kinder und Jugendliche für ein Engagement zu interessieren.
2009 bewegten ihn die Europawahl, die Oberbürgermeisterwahl in Köln und der Stadt-Archiveinsturz in Köln.

Wichtig sind ihm Streitkultur, Führungsverantwortung übernehmen und in gemeinsamen Aktionen Anstehendes zu bewegen. Weitere Anliegen sind ihm Bildung, Existenzgründung und die Digitalisierung, die die Arbeitswelt in der Zukunft gründlich verändern wird.

Der akute Wohnungsbedarf liegt ihm am Herzen. Es müssen Flächen für den bezahlbaren Wohnungsbau von den Städten bereitgestellt werden. Diesbezüglich gibt es jedoch Unterschiede von Stadt zu Land. In den Städten gibt es Wohnungsnot, während auf dem Land Leerstand herrscht. Er betont, dass allerdings gleichermaßen Bildungseinrichtungen und die Verkehrsinfrastruktur mitwachsen müssen.

Aus dem Zuschauerkreis kam die Frage, wie man die Jugendlichen, die nur in ihr Smartphone starren, für Ehrenämter interessieren kann. Für Florian Braun ist das Smartphone ein ganz wichtiges Kommunikationsmittel, wie auch weitere neue Medien. Auch lesen die Jüngeren lieber Online-Zeitungen als Papier. Dennoch findet auch in den sozialen Netzwerken der Austausch über soziales Engagement statt.

Es gibt politische Stammtische, bei denen man eher untereinander über Dinge, die nicht verstanden werden bzw. einer Klärung bedürfen, spricht. Es wird dort auch Fragen nachgegangen „wie funktioniert Politik überhaupt“. Junge Leute fangen oft erst in der Zeit von Ausbildung und Studiumbeginn an, sich für Politik zu interessieren.

Viele junge Leute müssen aus einem Teufelskreis herausgeholt werden, sie benötigen dringend eine berufliche Qualifikation, was intensiver Sozialarbeit bedarf. Hier wirken eine Menge sozialer Träger und Vereine, aber auch die Kommunen zusammen. Es müssen ihnen Perspektiven aufgezeigt werden. Leider fehlt es weiterhin an Pädagogen und Lehrkräften, um alle Schieflagen abzufedern.

Die Politik benötigt für Beschlüsse natürlich immer Mehrheiten. Wir sehen am gewünschten Einsatz von Videokameras für mehr Sicherheit, wie schwierig es innerhalb der Parteien ist, hier zu einem Konsens zu kommen. Florian Braun setzt sich dafür ein, unsere Polizisten nicht im Büro mit endloser Berichterstattung und Dokumentation festzubinden, sondern sie zu ihrer eigentlichen Aufgabe auf die Straße zu schicken. Unsere Polizei braucht auch nützliche Werkzeuge zur Ausübung ihrer Tätigkeit.

Er erhielt vor acht Jahren den Kreisvorsitz in der JU, die damals bereits 1.200 Mitglieder zählte. Seit zweieinhalb Jahren ist er sogar Landesvorsitzender der JU mit über 30.000 Mitgliedern. Sein Wunsch ist es jetzt, dass sein schon seit so vielen Jahren ausgeübtes ehrenamtliches Engagement von Erfolg gekrönt wird und zum Sprung in den Landtag führt. Es ist sein Ziel, stärkste Fraktion im Landtag zu werden, damit es zur Regierungsverantwortung reicht.

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