Bündnis für Porz: Vorstellungen wurden gesammelt

Am vergangenen Donnerstag füllte sich der Saal des Jugend- und Gemeinschaftszentrums Glashütte mit engagierten Porzer Bürgern, die ihre innovativen Vorstellungen in den Planungsprozeß um die Vitalisierung des Porzer Zentrums einbringen wollen. Mittlerweile 225 Personen zählt dieser Kreis, weitere interessierte Mitbürger können sich per Mail an Porz-Mitte-jetzt-anpacken@web.de jederzeit auch noch beteiligen.

Sechs Arbeitsgruppen haben an diesem Abend ihre erarbeiteten Vorstellungen vorgetragen und nun gilt es, diese Vorstellungen im Bündnis zu diskutieren, weiter zu konkretisieren und in den konkreten Planungsprozeß einzuspeisen. Schon in den vergangenen Wochen wurden aus dem Bündnis heraus vielfältige Gespräche mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, Porzer Bürgervereinen und Porzer Initiativen geführt.

Die Vorstellungen betreffen nicht nur den engen Bereich Kaufhaus-Gebäude und Umgebung. Dies wäre zu kurz gesprungen. Es geht um die Zukunftsfähigkeit des Prozer Zentrums insgesamt, die sich nur einstellen wird, wenn der gesamte Bereich zwischen Bahnlinie und Rhein in den Blick genommen wird. Hier der Zwischenstand der Arbeitskreise in kurzer und subjektiver Zusammenfassung:

Geschäftsleute/Ladeninhaber: Der geplante Branchenmix muss gut überlegt sein. In der Bauphase ist ein Leerstandsmanagement unabdingbar. Denn die Bauphase bedeutet zusätzliche Belastung der Innenstadtgeschäfte. Daher sind auch Parkanreize in dieser Zeit wichtig, z.B. eine Parkscheibenregelung. Der Slogan „Porzity“ ist in die Jahre gekommen, ein neuer muss her. Für die Zukunft werden nicht nur Free-WiFi im Zentrum und stimmige Beleuchtung gewünscht, auch einige Gebäude auf der Bahnhofstrasse könnten eine erneuerte Fassade gut gebrauchen.

Gesamt-Porzer: Ist wirklich ein Vollsortimenter der notwendige Magnet? Der Wunsch nach mehreren kleineren Geschäften besteht deutlich. Die kostbaren Sichtachsen zum Rhein sind deutlicher auszuführen. Eine größere Freifläche als geplant wird als Marktplatz gewünscht. Verkäufsräume in der Bahnhofsstraße könnten baulich zusammengefasst werden, wenn größere Flächen fehlen. Alternativ/ergänzend zur Tiefgarageneinfahrt Hauptstraße ist die Einfahrt über den Kreisel Josefstraße zu prüfen. Denkbar ist ein Café an der Rheinpromenade im Erdgeschoss des Rathauses.

Verkehr: Viele gute Verkehrsplanungen sind in den vergangenen Jahrzehnten vereitelt oder einfach liegen gelasssen worden. Nun ist es genug. Die Hauptstraße ist heute bereits überlastet und wirkt wie eine Schneise zwischen Innenstadt und dem Attraktor Rheinpromenade. Mutige Schritte sind zwingend notwendig: Nur ein Einbahnstraßenring um die Innenstadt kann die Probleme lösen, die Verkehrsführung ist dabei in verschiedenen Varianten denkbar. Der Durchgangsverkehr muss weitläufiger um das Zentrum herumgeführt werden, evtl. streckenweise auch direkt an der DB-Trasse entlang. Teil des Rings ist in jedem Fall die Hauptstraße in der Durchfahrtsrichtung Nord nach Süd, so kann sie verkehrsberuhigt werden und zudem in ihrem nördlichen und südlichen Bereich als Einkaufsstraße zurückzugewonnen werden.

Veranstaltungen: Ein 200- bis 300-Personen-Saal ist zwingend erforderlich, hoffentlich in einem neuen Dechant-Scheben-Haus. Die Infrastruktur der Freiflächen auf dem Marktplatz muss für Außenevents ausgelegt werden: hinsichtlich Beleuchtung, Strom, Beschallungsmöglichkeiten.

Anwohner: Die Gesamtkapazitäten der Tiefgarage sollen 24 Stunden verfügbar sein, der neue Wohnraum eher höherwertig. Neue Außengastronomie wird gewünscht, auch deshalb dürfen die geplanten neuen Wege keine Windkanäle werden. Die öffentliche Außenmöblierung soll sich am Idealbild „Leben auf der Piazza“ orientieren. Das Porzer Zentrum braucht Attraktoren.

Kultur/Soziales/Bildung: Kultur und Konsum sollen Hand in Hand gehen, Angebote der „Ausgehkultur“ müssen für alle Generationen vorhanden sein. Sicherheit und Sauberkeit müssen durch klare Zuständigkeiten sichergestell werden. Die Glashütte soll zur Innenstadt geöffnet werden, ein Kunstraum tut not. Die Musikschule ist zu erweitern. Wo bleibt die Jugend in der Planungsphase? Ihre Beteiligung wäre sehr erwünscht.

Wie geht es nun weiter? Die Arbeitskreise sollen für sich oder einige in gemeinsamen Treffen diese Vorschläge diskutieren und vertiefen. Am 6. Juli ist kurz vor Beginn der Sommerferien das nächste Treffen in der Glashütte terminiert. Vielleicht findet sich zwischenzeitlich ja auch eine weiterführende Schule in Porz, in der Schüler mal ihre Vorstellungen zu Papier und zu Plakat bringen?

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