Die Entwicklung des Porzer Handwerks

Eine informative Bürgersprechstunde des Bürgervereins Porz-Mitte mit vielen Gästen

bsp-resumeFür unsere erste Bürgersprechstunde nach der Sommerpause konnten wir als Referenten aus dem Porzer Handwerk Karl-Heinz Miebach, Vorsitzender im Verein Selbstständiger Handwerker Porz e.V. und Metallbau-Sachverständiger und Herrn Torsten Görmar, Firma Görmar und Sohn GmbH, Experten für Rollladen und Sonnenschutztechnik, gewinnen.

Die anwesenden 22 Mitglieder und Gäste wurden von Sigrid Alt, 1. Vorsitzende des BVPM, herzlich nach der langen Sommerpause begrüßt, die Referenten vorgestellt und auf die ausgelegten Informationsblätter mit den nächsten Terminen sowie der Veranstaltung „Matinee“ im Dechant-Scheben-Haus am 6. November um 11.30 h aufmerksam gemacht.

Herr Miebach gab zum Anfang als Hintergrund einige Statistiken vor und ging ausführlich auf die Tätigkeit und die Aktivitäten im Verein Selbstständiger Handwerker ein. Es sei schon sehr wichtig, dass der Kontakt untereinander und zwischen den einzelnen Firmen gepflegt werde, da alle von den Synergien profitieren, entsprechend dem Motto „Man kennt sich, man hilft sich“. Des Weiteren helfen auch Empfehlungen von Kunden, das angekratzte Image aufzupolieren. Er berichtete, dass in Klasse A (z.B. Metallbau, gesundheitsgefährdete Berufe), der Meisterbrief zwingend erforderlich ist, in Klasse B (z.B. Maurer, Maler, Dachdecker, Fliesenleger) hingegen nicht. Der Zustrom von „Facharbeitern“ aus dem osteuropäischen Raum geht einher mit Qualitätsproblemen, gefolgt von einem Auftragsrückgang und daher weniger Umsatz für die hiesigen Firmen. Außerdem ist Schwarzarbeit zunehmend ein großes Problem.

Auch Herr Görmar berichtete über große Herausforderungen insgesamt im Handwerk. Der Ausspruch „Handwerk habe goldenen Boden“ sei nicht mehr zutreffend! Denn man habe auch mit Veränderungen in der Ausbildung – z.B. bei einigen Berufen kein Meisterbrief mehr erforderlich -, dem Zustrom osteuropäischer Arbeiter und auch dem schlechten Image des Handwerks zu kämpfen.

Herr Miebach betonte, dass Handwerksbetriebe auch selbst mehr tun müssen, um den Azubis die dort angebotenen Berufe schmackhaft zu machen. Meinungsäußerungen der Anwesenden ergaben, dass die Anforderungen an Jugendliche gestiegen seien und in vielen Berufen brauche man Abitur oder überhaupt reiche die Qualifikation nicht aus. Herr Miebach erzählte hier von Erfahrungen mit Interessenten aus Schulen und von der Veranstaltung „Porzer Handwerk“ im Rathaus. Leider haben diese nicht den erhofften Erfolg gebracht, denn die Fach- und Allgemeinkenntnisse der Schüler erfüllen häufig nicht die Anforderungen einzelner Berufe. Viele Schüler scheitern bereits an einfachen Aufgaben in Mathematik, ein Fach, das in technischen Berufen essentiell ist.

Unser Mitglied Ruth Fisbach, ehemalige Realschullehrerin konnte bestätigen, dass sich heutzutage die Schüler kurzzeitig mit Themen beschäftigen, sie aber wenig später „abhaken“.

Sigrid Alt fragte nach der Anzahl der Handwerksbetriebe in ganz Porz, die mit 800 angegeben wurde. Wie viele Azubis zurzeit angestellt seien, konnte nicht beantwortet werden. Die Frage nach Flüchtlingen konnte erfreulicherweise von Herrn Miebach positiv beantwortet werden, da er einen syrischen Azubi beschäftigt, der allerdings schon 5 Jahre in Deutschland lebt und sehr gut Deutsch spricht. Er erzählte aber auch von einigen negativen Beispielen. Man kann abschließend sagen, dass im Handwerk auf beiden Seiten sowohl auf Seite der Auszubildenden als auch auf Seite der Lehrmeister noch viel getan werden müsse, um gemeinsam sagen zu können „Handwerk hat goldenen Boden“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte lösen Sie diese Aufgabe: *