Die Rückkehr des Maifischs im Rhein?

Das Modell und die Jungfische … (Fotos: porzerleben.de)

Kennen Sie Maifische? Noch bis vor 90 Jahren haben die Fischer von Poll, genannt „Gezaue“, diese Wanderfischart in großen Mengen aus dem Rhein gezogen, dann brachen die Bestände zusammen. Das Poller Fischfanggebiet reichte von Westhoven bis Deutz.

Der 30-80 cm lange Maifisch wird im Süßwasser geboren, wandert dann drei bis fünf Jahre durch die Meere und kehrt – im Mai – zur Fortpflanzung in den Fluss zurück. Daher der Name der bis zu 3 kg schweren Heringsfisch. Und im Mai wurden die Fische früher in großen Mengen gefangen und in den Kölner Gastwirtschaften verzehrt. Das ist inzwischen Geschichte. Die spezielle Fangtechnik wird noch heute in der Fischerei-Bruderschaft zu Bergheim an der Sieg vererbt.

… ziemlich junge Jungfische

Am heutigen Mittwoch wurden in Poll 5.000 kleine Maifische in den Rhein eingesetzt. Mit großem Tamtam und Prominenz:  Dem NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg, der hessischen Umweltministerin Silke Lautenschläger, dem Kölner Bürgermeister Hans-Werner Bartsch und vielen weiteren Amtsträgern. Denn das Life-Projekt Maifisch betreibt die Wiederansiedlung des Fisches im Rhein. Fünf Millionen Maifischlarven sollen in den nächsten Jahren im Rhein ausgesetzt werden.
In Poll gab es zunächst ausgehend von der Maifischgasse einen kleinen Umzug ans Rheinufer.  Beteiligt waren auch Kinder aus der Klasse 3/4 F der GGS Poll, die auch eine Maifischpatenschaft übernommen haben. Vorher hatten sie sich bereits im Ökologischen Rheinlabor, dem Poll gegenüberliegenden schwimmenden Labor und Klassenzimmer der Universität Köln, über den Maifisch sachkundig gemacht. Die Organisation des Poller Beitrags zur Veranstaltung lag in den Händen des Vereins Poller Maigeloog, dessen Reihmeier (Vorsitzender) Hans Burgwinkel ebenfalls zu den Festrednern zählte. Möglich gemacht wurde der Fischbesatz auch durch die regionalen Sponsoren des diesjährigen Maifischprogramms NetCologne, Rheinfischereigenossenschaft NRW, Autohaus Laukat und Gerfer Transporte.

Zwei Umweltminister stehen im Wasser…

Im Juni 2008 wurden die ersten Fische in Oberursel eingesetzt, dieses Jahr soll die Gesamtzahl von zwei Millionen Fische erreicht werden. Die Fische werden in Frankreich in den Flüssen Garonne und Dordogne gezüchtet und vor dem Besatz im Rhein markiert, um den Erfolg der Maßnahmen überprüfen zu können. Die Stiftung-Wasserlauf ist mit der fachlichen Koordination des zu 50 Prozent von der EU geförderten Projektes beauftragt.

Bis der Maifisch in Poll und Porz aber wieder auf den Telller kommt, das wird noch einige Jahre brauchen, denn der Fang der Fische ist verboten. Nur rund 1 Prozent der Tiere sind aktuell Rückkehrer in den Rhein, erst ab etwa 3 Prozent würde der Fang von den Behörden wieder erlaubt.

(Fotos: © porzerleben.de)

 

Der Festumzug – die Fischer freuen sich schon

 

Die Klasse 3/4 F der GGS Poll beim Ausssetzen der Maifische

 

  1 Kommentar zu “Die Rückkehr des Maifischs im Rhein?

  1. 17. Juni 2010 um 09:48

    Ihr seid die Überraschung des Tages! Während andere noch schreiben, habt Ihr schon einen tollen Bericht im Netz stehen. Ihr habt nicht nur Fotos von den Ministern gebracht, sondern auch andere, insbesondere von den Paten-Kindern der GGS, die leider bei der meisten Presse untergegangen sind.
    Dazu noch Hintergrundinformationen mit Links …..
    Weiter so….

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