65 Jahre in Porz verheiratet

Eiserne Hochzeit feierte kürzlich das Ehepaar Eich in Zündorf. Ihr Leben zeigt sich dabei gespickt mit Erinnerungen an Firmen, Gebäude und Vereine der Porzer Geschichte.

Ehepaar Eich

Wilfried und Henriette Eich (Foto: privat)

Wilfried, geboren 1937 in Rheidt, heißt eigentlich gar nicht so. Doch mit dem traditionellen, den Vorvätern geschuldeten Taufnamen Wilhelm Gottfried wurde seine Familie nicht warm. So verknüpfte sie kurzerhand die Vornamen zu Wilfried. Er lernte Maurer wie schon sein Vater. Der Broterwerb führte ihn Anfang der 50er Jahre zur REZAG nach Porz. Einige Jahre später bot man ihm an, Fahrer des Vorstands zu werden. Er nahm an und chauffierte seinen Chef Emile Rollinger bis zur Pensionierung in verschiedenen Mercedes-Modellen durch Deutschland und Westeuropa.
Henriette, geborene Pütz, erblickte 1940 das Licht im Wahner St. Josef-Krankenhaus. Sie lernte Industriekaufmann bei der Elektro-Isolier-Industrie in Wahn und arbeitete bei Dynamit Nobel in Lülsdorf. Nach einer längeren Phase der Familienarbeit betreute sie ab 1981 bis zum Ruhestand kaufmännisch die Ärztebibliothek des Krankenhauses Porz.

Kennengelernt haben sich die Jubilare im Mai 1956. Beide waren am Rheinufer unterwegs, vor einem Filmplakat des Rheingold-Kinos im Kölner Hof trafen sich ihre Blicke. Ein Kinobesuch am selben Abend schweißte das Paar zusammen. Im April 1960 wurden sie im Porzer Rathaus getraut. Tanz und Karneval bot dem Paar der Verein KG Fidele Grön-Wieße REZAG. Mit ihren REZAG Husaren besuchten sie auch mehrfach Hazebrouck, die französische Partnerstadt von Porz. 1963 bezog das Paar eine Werkswohnung der REZAG zwischen Porz und Zündorf. Zehn Jahre später wünschte sich Wilfried ein eigenes Haus und sie erwarben von der REZAG ein damals bereits sehr in die Jahre gekommenes Schätzchen. Denn es war eine Doppelhaushälfte der Colonie Adelenhütte, errichtet um 1901/02. Bis heute wohnt das Paar in diesem von Wilfried gründlich sanierten Heim.

Das Ehepaar Eich hat immer gerne in Porz gelebt. Wobei leider die Einkaufsvielfalt, mehrere Kinos und Ausflugsgaststätten nur noch in der Erinnerung der 50er und 60er Jahre zu finden sind. Heute bestellt das Paar seinen Schrebergarten und versorgt sich so mit frischem Obst und Gemüse. In die Ferne geht es in Form von Städtereisen und Familienurlauben – diese führen auch immer wieder nach Sardinien.

PS. Zu den meisten der fett gedruckten Begriffe finden Sie in unserem historischen Porz-Wiki auch Erläuterungen.

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