Kategorie: Historisches

Historisches zu Porz

Geschichtsprojekt zur Westhovener Aue startet

Kooperation von Bürgervereinigung Ensen-Westhoven e.V. und porzerleben.de

Die Bürgervereinigung Ensen-Westhoven e.V. und porzerleben.de werden im kommenden Jahr gemeinsam Vergessenes, Wissenswertes und mitunter Kurioses zur Geschichte der Westhovener Aue zusammentragen und regelmäßig veröffentlichen. Im Herbst letzten Jahres hatte die Stadt Köln ein „Förderprogramm Stadtgeschichte“ mit einem Zuschuss-Volumen von 100.000 Euro aufgelegt. Unter den vielen bewilligten Anträgen, die auf die Erforschung und Bewahrung des historischen Erbes abzielen, ist auch ein Antrag aus Porz berücksichtigt worden.

Heute kennen wir die Westhovener Aue als landschaftlich reizvolles Erholungsgebiet. In der Vergangenheit hatte die Aue zwischen Westhoven und Poll aber sehr unterschiedliche Gesichter: Jahrhundertelang war sie Überflutungsgebiet für den Rhein, die Preußen integrierten sie in ihren militärischen Befestigungsring für die Stadt Köln. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg florierten dort im 19. Jahrhundert die Gasthäuser. Durch die neue Südbrücke, die Vorort-Straßenbahn und eine Dampfer-Anlagestelle wurde die Aue ein beliebtes Ausflugsziel für die Kölner Bevölkerung. Man plante sogar die Errichtung einer Gartenstadt Westhoven. Die Nationalsozialisten verfolgten hier dann aber bald militärische Zwecke, die Aue wurde im Zweiten Weltkrieg  Schauplatz eines Täuschungsmanövers. Diese und viele andere Geschichten sind zur Westhovener Aue zu erzählen.

Das Team der Archivgruppe der Bürgervereinigung: (v.l.) Jörg Pfennig, Andree Dudka, Heike Reiferscheid, Wolfgang Pütz

Schon seit vielen Jahren pflegt die Bürgervereinigung Ensen-Westhoven mit viel ehrenamtlichen Einsatz ein historisches Archiv zu ihrem Stadtteil. Fotografien, Postkarten, Landkarten und andere Dokumente und Exponate sammelt und dokumentiert die Gruppe unter Leitung von Jörg Pfennig. Die Projektförderung macht es nun möglich, mit Schwerpunkt auf die Westhovener Aue diese Schätze im auch der breiteren Bevölkerung im Internet zugänglich zu machen. Das ganze Jahr 2022 werden wir hier auf porzerleben.de und auf den facebook-Auftritten porz.rhein und Bürgervereinigung Ensen-Weshoven verschiedene Artikel und Bilder zur Westhovener Aue veröffentlichen, die aus den Archivmaterialien heraus erarbeitet werden. Gleichzeitig integrieren wir die Ergebnisse auch über zugehörige Stichworte in unser Porz-Wiki.

Zeitreise „Gut Leidenhausen“ erschienen

Die Geschichte von Gut Leidenhausen von ihren Anfängen bis in die Gegenwart hat der Autor Benno Krix im Auftrag von SDW und Freundeskreis Haus des Waldes erarbeitet und auf 72 Seiten aufbereitet. Die Broschüre „Vom Rittersitz zum städischen Umweltbildungszentrum“ ist im Format A4 durchgängig farbig mit vielen Abbildungen gestaltet und reicht vom Jahr 1306 bis in die Gegenwart. Profund beschreibt der Autor in vielen Facetten die reichhaltige Geschichte von Eigentümern, Pächtern, Pferden, Greifvögeln, Umweltzentrum und vielen weiteren Themen. Gefördert wurde das mit einem Stichwortverzeichnis und einem Anmerkungsapparat versehene Werk durch die Sparkasse KölnBonn und die Bezirksvertretung Porz.

Die umfangreiche Broschüre ist im Portal Wahner Heide gegen eine Schutzgebühr von aktuell 10 EURO erhältlich. Einen Eindruck über den Inhalt verschafft Ihnen diese Leseprobe.

Wochenende 11.+12. September: Tag des offenen Denkmals

Der seit 1993 alljährlich stattfindende „Tag des offenen Denkmals“ findet dieses Jahr unter dem Motto „Sein & Schein“ bundesweit am 11. und 12. September statt. Aus Anlass des Gedenkjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ gibt es in Köln zahlreiche Denkmäler, die verdeutlichen, dass die Stadtgeschichte vielfältig von jüdischen Bürger*innen mitgestaltet wurde und wird. Auch im Bezirk Porz gibt es hierzu verschiedene Veranstaltungen und Besichtigungsmöglichkeiten, wobei für einige der Veranstaltungen eine frühzeitige Anmeldung erforderlich ist.

Samstag

  • Alexianer-Fachkrankenhaus, Kölner Str. 64: 14 und 15:30 Uhr – Vortrag „Von der Anstalt zum psychiatrischen Fachkrankenhaus“, Teilnehmerbegrenzung, Anmeldung bis 7.9. unter denkmal.koeln@alexianer.de.
  • Fort IX, Festung in Westhoven, Porzer Ringstr. 50: 11 und 15 Uhr Führung durch Fortis Colonia e.V. Teilnahmebeschränkung, Taschenlampe, Anmeldung bis So. 5.9. unter fort-ix-koeln@web.de.
  • Lukaskirche, Mühlenstraße 2: 14-18 Uhr Kirchenbesichtigung, 16 Uhr – Vortrag „Jüdisches Leben in Porz?!“
  • Myrameterstein Leinpfad Strom-km 679,5: 10-13 Uhr stündlich: Vortrag Bürgerverein Ensen-Westhoven „Der Myriameterstein als Vermessungsmarkierung“
  • Nikolauskapelle, Ensen: 10-13 Uhr – stündliche Führungen durch den Bürgerverein Ensen-Westhoven
  • Rodenkirchener Autobahnbrücke: 10 und 12:30 Uhr – Besichtigung mit der Autobahn GmbH, keine Kinder, 50m Aufstieg über Leiteranlage, enge Räume, Teilnehmerbegrenzung, Anmeldung bis Mo. 6.9. unter bruecke.denkmal@stadt-koeln.de.

Sonntag

  • Alexianer-Fachkrankenhaus, Kölner Str. 64: 10 und 11:30 Uhr – Vortrag „Von der Anstalt zum psychiatrischen Fachkrankenhaus“, Teilnehmerbegrenzung, Anmeldung bis 7.9. unter denkmal.koeln@alexianer.de.
  • Fort IX, Festung in Westhoven, Porzer Ringstr. 50: 11 und 15 Uhr Führung durch Fortis Colonia e.V. Teilnahmebeschränkung, Taschenlampe, Anmeldung bis So. 5.9. unter fort-ix-koeln@web.de.
  • Lukaskirche, Mühlenstraße 2: 14-18 Uhr – Kirchen- und Turmbesichtigung;  12:15 Uhr Führung „Der jüdische Jesus im Lukas-Bilder-Zyklus“; 13 Uhr Vortrag „„Was hat die berühmteste Schauspielerin Israels, Orna Porat, mit der Lukaskirche zu tun?“
  • Myrameterstein Leinpfad Strom-km 679,5: 10-12 Uhr stündlich: Vortrag Bürgerverein Ensen-Westhoven „Der Myriameterstein als Vermessungsmarkierung
  • Nikolauskapelle, Ensen: 10-12 Uhr – stündliche Führungen durch den Bürgerverein Ensen-Westhoven
  • Zündorf: 16:30 Uhr – Führung/Spaziergang des Amt für Denkmalschutz, Köln „Jüdische Spuren“. Teilnehmerbegrenzung, auf Friedhof Kopfbedeckung bei männlichen Personen, Anmeldung bis Di. 7.9. unter zuendorf.denkmal@stadt-koeln.de,

Die Broschüre mit allen Veranstaltungen in Köln finden Sie als PDF hier.

Historisches: Porzer Straßen zur NS-Zeit

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden in Porz zahlreiche Straßen umbenannt. Die meisten Änderungen wurden nach 1945 schnell wieder rückgängig gemacht, aber längst nicht alle. Haben Sie Ergänzungen zu unserer Liste? Weitere Angaben zur Historie in Porz finden Sie übrigens in unserem historisch ausgerichteten Porz-Wiki.

Die Kaiserstraße in Urbach, so 1906 benannt nach dem Besuch des Kaisers Wilhelm II., wurde nach 1939 in Hermann-Göring-Straße umbenannt. Die Waldstraße wurde nach 1939 in von Klugestraße – dem damaligen „erfolgreichen“ Generalfeldmarschall – umbenannt. 1945 erfolgten die Rückbenennungen.

Die Weststraße in Wahnheide (Kasernengelände) hieß ebenfalls Hermann-Göring-Straße.

Die Heidestraße in Wahnheide, bis 1934 als Schießplatzstraße bezeichnet, hieß  Adolf Hitler-Straße.

Das heutige Friedrich-Ebert-Ufer in Porz-Mitte hieß Adolf-Hitler-Ufer.

Die heutige Zollturmstraße in Zündorf hieß Schlageterstraße.

Bis in die Gegenwart blieb die 1941 erfolgte Änderung der Meirowskystraße in Georg-Ohm-Straße (heute: Ohmstraße).

Wenig Historisches zu Porz im Internet

Die Zahl der zugänglichen Beiträge zur historischen Geschichte von Porz im Internet haben in den letzten Jahr 2010 eher ab- als zugenommen, entsprechende Websites, sind teilweise schon wieder offline. Daher hat sich porzerleben.de im Mai 2021 entschlossen, ein Porz-Wiki ins Leben zu rufen. Weil das Wiki auf der Basis der Wiki-Software funktioniert, sind seine Einträge über die interne Suche auf porzerleben.de nicht auffindbar, denn diese begrenzt sich auf die WordPress-Einträge auf porzerleben.de. Nutzen Sie bitte daher direkt das Porz-Wiki.

Darüber hinaus gibt es online einige interessante Seiten. Wir beginnen mit einer Übersicht von H. Felder und erfahren von frühesten menschlichen Spuren in Heumar, Grabhügeln im Königsforst, der fränkischen Besiedelung, den Grafen von Berg und dem Hauptgericht in Porz (1286).

porz

Porz – Ansichtskarte von 1905

Der Sprung in die Industrialisierung beginnt in Porz um 1850 durch die Ansiedlung der Seilerei Felten & Guilleaume.  Eisenbahnstrecken und Bahnhöfe entstehen. 1929 gründet sich die Großgemeinde Porz aus 15 Gemeinden. 1951 erfolgt die Ernennung zur Stadt, die mit der Eingemeindung nach Köln am 1.1.1975 endet. Der bisherige Kölner Stadtteil Poll wird nun dem Stadtbezirk Porz zugeordnet, Heumar hingegen ausgegliedert und mit Rath verbunden. 2007 bildet Finkenberg den 16. Porzer Stadtteil und ist zugleich der 86. Stadtteil Kölns.

Absage der Jahreshauptversammlung

Förderkreis Rechtsrheinisches Köln e.V. verschiebt Corona bedingt die für den 11. März 2021 geplante Jahreshauptversammlung in die Vorweihnachtszeit 2021

Sehr geehrte Damen und Herren der Kölner Presse, sehr geehrte Mitglieder, bedingt durch die  Entwicklung der Corona-Pandemie wird unsere – für den 11. März geplante – Jahreshauptversammlung in die Vorweihnachtszeit 2021 verschoben. Dabei bleibt das Vorprogrammangebot sowie die TOPs bestehen. In der letzten Vorstandssitzung – in Form einer Telefonkonferenz – wurde einstimmig beschlossen, dass bis zur nächsten Hauptversammlung Bernd Dahmen als kommissarischer Schriftführer und Jürgen Carl als kommissarischer Schatzmeister fungieren werden.

Die Corona-Pandemie-Regelungen werden weiterhin entscheiden, ob der Rundgang durch das Gremberger Wäldchen am 25. März mit Rolf Wermelskirchen stattfinden kann. Aber unser Heimaträtsel wird planmäßig am 11. März gelüftet: Wo in Deutz ist dieses Foto entstanden?

Foto: Lothar Schaefer