Seit einigen Tagen schmückt die Wand einer neu errichteten Logistikhalle am Hochkreuz im Norden von Eil ein Fassadenbild. Es ist von der Frankfurter Straße aus gut sichtbar. Was hat es damit auf sich? Das Gelände ist ein historisch belastetes Areal. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stand hier eine der zu ihrer Zeit größten Sprengstoff-Fabriken Europas. Diese Dynamitfabrik Eil lieferte international Granaten, auch in Kolonialgebiete. Und 1933 nutzten die Nazis das inzwischen leerstehende Fabrikgelände für ihre SA-Führerschule, die zeitweise auch ein Schutzhaftlager umfasste. In diesem wurden bis zu 100 Männer, zumeist Kommunisten und Sozialdemokraten, über teils mehrere Wochen festgehalten und schwer mißhandelt. Viele Mittäter kamen aus dem Raum Porz, viele Opfer wohnten in deren Nachbarschaft. Erlittene innere Verletzungen führten zum Tod eines Gefolterten aus Eil. Nur sechs Täter wurden 1947 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, die Hintermänner nicht einmal angeklagt. Seitens der Stadt Porz gab es zu keinem Zeitpunkt das Bestreben, an diese Verbrechen zu erinnern.
Das Areal gelangte 2021 in den Besitz der Stadt Köln. Sie lehnte die Aufarbeitung der Geschehnisse in den noch vorhanden historischen Gebäuden ab. Das östliche und das südliche Nachbargrundstück gehörte der Immobilienholding OSMAB. Sie plante auf knapp 60.000 qm ein neues großes Logistikzentrum. Im Januar 2023 wurden gegen lokale Proteste die letzten Gebäude im Auftrag der Stadt Köln abgebrochen, sie hatte sich hierzu bereits beim Kauf gegenüber der OSMAB verpflichtet.
Die mittelständische OSMAB Holding AG hat ihren Sitz in Rösrath, ihre Anteile halten vier Personen. Über viele Tochterfirmen erwirtschaftete das Unternehmen im Jahr 2024 einen Umsatz von rund 48 Mio. Euro. Alle Aktivitäten führt der Webauftritt transparent auf, das Unternehmen hat Richtlinien zur Nachhaltigkeit, zum sozialen Engagement und zur Unternehmenskultur, welche auch „Kunst am Bau“ einschließt. Vor diesem Fassadenbild sind daher bereits vier andere Großbilder an anderen Orten entstanden. Es war der Wunsch des Gründers und Vorstandsvorsitzenden der OSMAB, Anton Mertens, in Porz einen Bezug zur Historie des Geländes zu schaffen.






