10. Februar 2017 – Mitglieder- und Bürgersprechtag der IG Wasser, Umwelt und Jugend Köln-Porz-Langel e.V.

Der Vorstand konnte gestern Abend annähernd 80 Gäste – überwiegend aus Langel, aber auch aus Niederkassel, Troisdorf und Zündorf – begrüßen. Auch die Presse war der Einladung gefolgt.

Die Veranstaltung begann mit einer leichten Verspätung, und Frau Thoma, die sich den Anwesenden als die vor kurzem neu gewählte 1. Vorsitzende vorstellte, gab ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass mit der Einladung viele Interessiert e erreicht worden waren.

Sie übergab dann das Mikrofon an Frau Simin Fakhim-Haschemi – 1. Vorsitzende des Urbacher Bürgervereines – und Herrn Hans Baedorf – 1. Vorsitzender des Bürgervereines Zündorfes, die seit gut einem Jahr die Vernetzung der Bürgervereine Porz und Poll sowie des Förderkreises rrh. Köln, worin mittlerweile über 2.000 Mitglieder vertreten sind, aufbauen und sich mit großem Engagement und zeitlichem Einsatz um die Belange der einzelnen Porz-Poller-Ortsteile einsetzen. Ein sehr großes Thema, was uns wirklich alle betrifft, ist die fehlende Verkehrsinfrastruktur und hier besonders die Süd-Nord/Nord-Süd-Schiene.

In einem fast eineinhalbstündigen Vortrag erläuterten beide die verschiedenen Varianten der angedachten Straßenverkehrslösungen, wobei die meisten nicht brauchbar und zielführend sind. Die größte Verunsicherung in der Bevölkerung ist der am 23.12.2016 beschlossene und am 30.12.2016 im Bundesgesetzblatt veröffentlichte Bundes-Verkehrs-Wege-Plan ( BVWP ) 2030, worin die „Rheinbrücke“, die schon seit über 40 Jahren immer mal wieder im Gespräch ist, festgeschrieben ist. Hier können sich zwei Möglichkeiten der Führung ergeben – zum Einen im Bereich EVONIK Richtung Wesseling/Godorf und zum Anderen zwischen Lülsdorf und Langel Richtung Wesseling/ Godorf als direkte Anbindung an die neue L150 ( kürzlich ausgebaute Verbindung zwischen der A 555, Abfahrt Wesseling/Godorf, und Auffahrt A553 in Brühl ).

Wichtig ist, dass für den Verkehr, der aus dem Rhein-Sieg-Kreis nach Köln möchte, eine eigenständige Lösung herbeigeführt wird – und hier wäre der Ausbau der L274n zu priorisieren.

Der Verkehr aus den südlichen rrh. Kölner Ortsteilen, der durch Porz und Poll in die Stadt rollt, braucht in jedem Fall eine eigene Lösung – und bei nüchterner Betrachtung kann es nicht die Straßenführung zunächst mit dem Blick aufs Siebengebirge ( Auffahrt Lind ) und dem Kölner Dom im Rückspiegel sein. Das bedeutet erhebliche Kosten für Umwegfahrten, die zu Lasten des Steuerzahlers ( Wählers ) gehen, aber auch durch den erhöhten Schadstoffausstoß die Umwelt belastet.

Die Anwesenden waren verständlicherweise sehr daran interessiert, eine Positionierung zur Rheinbrücke zu erfahren. Da aber noch nicht alle Daten und Fakten und vor allem das seit mehr als einem halben Jahr zugesagte Verkehrsgutachten ausgewertet sind, ist auch die Vernetzung der Bürgervereine Porz und Poll, wie auch die IG Langel, der Ansicht, abzuwarten, welche Informationen in den nächsten Wochen veröffentlicht werden. Das bedeutet aber nicht, dass in Schockstarre verharrt wird – die Vernetzung wird in einem Schreiben die Politik auffordern, Stellung zu beziehen und für brauchbare, nicht nur machbare Lösungen zu sorgen.

Weiterhin wurde auch über die Trassen der Linie 7 gesprochen, die zumindest bis Lülsdorf zur Anbindung an den SB55 nach Bonn führen sollte. Das Hauptproblem bildet neben dem Knotenpunkt Neumarkt, wo die Autos Vorrang vor dem Schienenverkehr haben, und dem schlechten Abfluß über die Deutzer Brücke, dann die Tatsache, dass die Züge mit 3 Waggons fahren müßten, dafür aber die Haltestellen nicht brauchbar sind. Das wird ganz deutlich sichtbar, wenn man die Siegburger Straße in Poll befährt. Die KVB hat schon mehrfach mangelnde Finanzierung zum Ausdruck gebracht.

Auch wurde darüber gesprochen, welche Möglichkeiten insgesamt bestehen. Hier brachte Herr Rosenkranz, ein außerordentlich engagierter Bürger aus Zündorf, in einer flammenden Wortmeldung einen äußerst wichtigen Aspekt zum Ausdruck und traf damit den sprichwörtlichen „Nagel auf den Kopf“. Jede Bürgerin und jeder Bürger hat die Möglichkeit, sich schriftlich und/oder mündlich mit den Verantwortlichen in Verbindung zu setzen, um etwas zu bewirken – gerade auch im Hinblick auf die anstehenden Wahlen. Der dankbare Applaus der Bürgerinnen und Bürger gab ihm Recht.

Nach dem Ende der Diskussion führte Herr Matthiae zum Wohnungsbauprogramm 2015 und Langeler Auwald seine Bedenken vor. Es gibt keinen „weißen Fleck“ in Langel mehr, wohin eine Ausweisung des TuS Langel möglich wäre. Ein Anschluß der Fischteiche wird vom Fischereiverband nicht akzeptiert.

Bevor eine Umsetzung des Pflege- und Entwicklungsplanes für den Langeler Auwald erfolgen kann, sollte auch zunächst geklärt werden, wie die Eigentumsverhältnisse der vorhandenen Flächen sind.

Frau Thoma erklärte später, dass die Beschlußfassung über den Langeler Auwald seit letzter Woche von den Sitzungen der Gremien „verschwunden“ ist. Eine Nachfrage beim Porzer Rathaus ergab, dass die Dezernentin die Rücknahme veranlaßt hatte, da noch Beratungsbedarf bestehen würde.

Ebenfalls bemängelte sie, dass für alles in der Kölner Innenstadt Geld vorhanden ist und Projekte umgesetzt werden, sei es der Rheinboulevard, der über 800.000 € jährliche Reinigungskosten verursacht, die erhebliche Verteuerung des Opernumbau bzw. die Reaktivierung des Staatenhauses für kulturelle Maßnahmen -> aber auch die Porzer bleiben auf der Strecke.

Sie bedankte sich bei allen fürs Kommen, verabschiedete sie ins Wochenende und mit einem herzlichen „fastlovend zesamme“ in die bevorstehenden karnevalistischen Feiertage.

Zukünftig sind ca. 2 Bürgersprechtage geplant – über Datum und Ort wird rechtzeitig informiert – bitte, nutzen Sie auch unsere tagesaktuelle Web http://ig-umwelt-langel.de

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte lösen Sie diese Aufgabe: *