SB-Warenhaus (Eil)

Aus porzerleben.de/porz-wiki
Luftbild von Warenhaus und Autokino (Ausschnitt, um 1971)

Historie[Bearbeiten]

Im Norden von Eil entstand im Jahr 1968 direkt neben dem Autokino unter der Adresse Rudolf-Diesel-Str. 32-36 ein großes SB-Warenhaus.

plaza[Bearbeiten]

Das Warenhaus plaza in Porz-Eil entstand als das erste großflächige SB-Warenhaus der Konsumgenossenschaften in Deutschland. Es sollte eine richtungsweisende Antwort auf den sich verschärfenden Konkurrenzkampf im Einzelhandel geben. Sein Träger, die plaza SB-Warenhaus GmbH war eine Tochter der Konsumgenossenschaft Köln eGmbH, alle Lebensmittel wurden ausschließlich über die KG bezogen.
Aus Fertigbauteilen entstand auf einem 51.000 qm großen Gelände ein Flachbau mit insgesamt 15.000 qm Verkaufsfläche. Auch wurden 600 Parkplätze mit Ausbaureserven für 1000 Plätze errichtet. Die Bauausführung lag bei der Planungsgruppe Barth KG[1]. Die Gesamtkosten betrugen rund 7,5 Millionen Mark. Mitte Juni 1968 wurde Richtfest gefeiert.

Voller Parkplatz ... AK 1968, Verlag HL

Das Warenhaus eröffnete unter großer Anteilnahme von Bevölkerung und Presse am 8. Oktober 1968. Auf seinen 10.500 qm wurden auf 4.000 qm Gebrauchsgüter, auf 3.500 qm Möbel und auf 2.500 qm Lebensmittel angeboten - die rund 40.000 Artikel hatten anfangs Preise, die 8-10 Prozent unter dem üblichen Preisniveau lagen. Hinzu kamen ein Gartencenter, vorgesehen war auch ein Kindergarten und eine Bankfiliale.

Im Wettbewerb mit anderen Akteuren wurde für Modernisierungen viel Geld benötigt. Zu desssen Beschaffung beschlossen einige Konsumgenossenschaften ihre Umwandlung in Aktiengesellschaften[2]. Im November 1974 wurde in Frankfurt die co op-Zentrale AG als Holding gegründet, in NRW entstand durch Konzentration die co op West AG mit Sitz in Mülheim/Ruhr. Der Markt in Porz wurde zwischenzeitlich der Tochter "co op SB-Warenhaus und Fachmarkt AG" zugeordnet

Bilanzmanipulationen und Vermögensverschiebungen führten erst zu einem der größten Finanzskandale Deutschlands und dann durch Milliardenschulden 1989 zur Zerschlagung der AG.

Continent[Bearbeiten]

Den Markt in Porz kaufte im Jahr 1990 die französische Groupe Promodès, deren Tochter Promohypermarkt die deutschen SB-Warenhäuser betrieb. So wurde aus "plaza" zunächst Continent. 1995/96 endete das französische Engagenment in Deutschland bereits wieder.

Interspar[Bearbeiten]

Das Warenhaus in Eil und 34 weitere kaufte nun die Interspar-Gruppe. Aber bereits knapp drei Jahre später gab sie nicht nur in Eil das Szepter weiter.

Walmart[Bearbeiten]

Als Nächste stieg die US-Handelskette Walmart in den deutschen SB-Warenhaus-Markt ein. Neben dem Markt in Eil kaufte sie auch diverse Wertkauf-Märkte. So verschwand der Name "Interspar", nun firmierte der Markt unter Walmart. Doch der Erfolg blieb aus. Der US-Konzern verstand die deutsche Einkaufs- und Unternehmenskultur nicht und machte nur Verluste. Daher verkaufte Walmart im Jahr 2006 seine 85 deutschen Märkte wieder.

Hat nichts genützt ...

Real[Bearbeiten]

Erwerber war die Metro Handesgruppe mit Sitz in Düsseldorf. Sie führte den Markt in Porz nun unter dem Namen Real weiter. Baulich wurde in den ganzen Jahren nichts grundlegend an dem Gebäude verändert, es erfolgten weder Umbau noch Sanierung. Metro führte die Real-Märkte ohne klare Konzepte, häufig defizitär und zumeist mit untertariflicher Bezahlung der Mitarbeitenden. Dies schleppte sich sich bis in die Jahre 2020/22 hin. Dann wurden sämtliche Filialen an verschiedene Interessenten veräußert.

Kaufland-Leerstand[Bearbeiten]

Doch während der Erwerber des Porzer Marktes, Kaufland, andere Real-Märkte zügig nun als Kaufland wieder eröffnete und auch Personal übernahm, wurde der Markt in Porz noch als "Real" und vor dem Verkauf zum 30. Juni 2022 geschlossen und die 97 Mitarbeiter entlassen. Obwohl dieser Markt zu den umsatzstärksten Real-Filialen gehörte. Das Gebäude zeigte sich als zu marode und heruntergekommen, um es einfach weiterzuführen. Kaufland plant einen umfangreichen Umbau, der einschließlich der erforderlichen behördlichen Genehmigungen nun bereits zwei Jahre ohne jegliche Terminverkündung für Baubeginn oder gar Eröffnung auf sich warten lässt. Zwischenzeitlich vermüllt das Gelände Rudolf-Diesel-Str. 32-36 zunehmend.

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

  1. Sie hatte bereits in rund 10 Wochen Bauzeit das benachbarte Autokino errichtet.
  2. In der Folge wählten auch viele bisher genossenschaftlich verfasste Lebensmittelhändler andere Rechtsformen.