Rheinpromenade Porz

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Vorgeschichte: Das gefährdete Ufer[Bearbeiten]

Das Porzer Rheinufer war viele Jahrhunderte ein problematischer, ja gefährlicher Bereich. Die steile Rheinkurve und Winde aus West charakterisierten das Ufer als Prallufer der Rhein-Strömung. Regelmäßig gab es - insbesondere bei Hochwasser - Abbrüche. Der Leinpfad war häufig unterbrochen und musste dann befestigt bzw. erneuert werden. Auch der obere Uferweg - über Jahrhunderte bis um 1780 die einzige Straße im Dorf in Nord-Süd-Richtung - sackte mehrfach ab. Selbst die Gebäude östlich dieses Uferwegs waren gefährdet, einzelne mussten versetzt werden. Zeitweise erschien noch in der zweiten Häfte des 18. Jahrhunderts die Notwendigkeit einer Verlegung des ganzen Dorfes Porz nach Osten als nicht unwahrscheinlich. Zum Beispiel hatten zwischen 1758 und 1761 Hochwassser und Eisgang das Porzer Ufer auf einer Länge von über 200 Ruten (ca. 840 m) in einer Breite von 24 Fuß (7,20 m) abgetragen[1].
Auch die Hochwasser des 19. Jahrhunderts trugen Ufer, Böschungen und Hochufer weiter ab. Erst nach 1876 wurde der Leinpfad besser befestigt, 1884/86 dann auch das Porzer Hochufer bis Westhoven durch Kies und große Plastersteine.

Schiffstransporte ohne Hafen[Bearbeiten]

Das Dorf Porz war zweifellos ein wichtiger Umschlagplatz von Passagieren und Waren. Um 1855 wurden

"durchschnittlich täglich 100 Personen per Nachen nach Köln befördert, und findet in gleicher Weise ein nicht unbedeutender Gütertransport, bestehend in hier fabrizierten Mauer- und Dachziegeln, Kohlen, sowie an Produkten der hiesigen sehr bedeutenden landwirtschaftlichen Etablissements statt. Es haben seit langem schon die Dampfschiffahrts-Gesellschaften dieses sehr richtig erkannt und durch einen Anhaltpunkt mittels Anfahrt mit einem Nachen, dem reisenden Publikum daselbst Gelegenheit geboten, ihre Schiffe zu besteigen[2].
AK-Ausschnitt um 1901, Verlag unbekannt. Mit Türmchen: der spätere Porzer Hof

Auch gab es immer wieder illegale und mitunter auch legale Fährbetriebe vom Dorf Porz zum gegenüberliegenden Ufer. Doch blieb das Porzer Ufer über die Jahrhunderte nahezu ungestaltet - es gab weder Landebrücken noch Schiffsanleger. Durch den Ladebetrieb wurde das Ufer auch immer wieder beschädigt; das galt besonders für das Verladen von Holz und von Schweinen. Nach Huck[3] befanden sich jeweils in Höhe der heutigen Bahnhofstraße und der heutigen Rathausstraße noch zum Angang des 20. Jahrhunderts je eine Einbuchtung als Anlegestelle für Kähne. Sie brachten die Ausflügler von Schiffen aus Köln an Land, die im Gasthaus Schmitz (später Kölner Hof) oder im Gasthaus Dilgen (später Porzer Hof) einkehren wollten. Bis zur Neugestaltung des Porzer Ufers setzten sich die Flurgrenzen der Grundstücke östlich der Uferstraße gradlinig über die Uferstraße bis hinunter zum Leinpfad fort.

Erste Gestaltung 1907 bis 1913[Bearbeiten]

AK-Ausschnitt um 1911, Verlag Albert Urbach

Die ersten Planungen zur Gestaltung des Rheinufers begannen im Jahr 1907. Der neue Bürgermeister Rudolf Lütz führte im April einen Beschluss zum Bau einer Landebrücke herbei und gründete öffentlich am 4. Juni 1907 einen Verkehrsverein zur Verschönerung von Porz und zur Hebung des Verkehrs. Am 25. September 1907 erfolgte die feierliche Inbetriebnahme der ersten gemeindeeigene Dampfer-Anlegebrücke für die Preußisch-Rheinische Dampfschiffahrts-Gesellschaft[4], sie wurde direkt neben der bisherigen südlichen Kahnbucht errichtet. Doch der neue Verkehrverein wünschte sich die Anlage einer Rheinpromenade. Ab 1909 wurden daher Flächen planiert, eine 3,5 m hohe Trockenmauer aus Basaltblöcken errichtet, die Rampe zwischen Anleger und Uferstraße angelegt. Am Rheinufer pflanzten die Porzerin den Jahren danach in vier Reihen Linden, zunächst südlich der Anlegestelle, später auch nördlich. Der Neubau des Rathauses führte in den Jahren 1909/10 auch zur repräsentativen Aufwertung der Uferstraße durch Pflasterung, Gehwege und Beleuchtung. Für weitere Aufschüttungen zur Verlängerung der Promenade nutzte man den Aushub der neuen Kaiserstraßen-Unterführung am Porzer Bahnhof; per Feldloren wurde das Erdreich im Frühjahr 1911 herangefahrenDAbei wurde die südliche Kahnbucht beseitigt. Am 25. Juli 1912 wurde eine zweite gemeindeeigene Schiffslandebrücke in Betrieb genommen, diesmal für die Reederei Gebrüder Weber, Köln. Damit gab es auch eine direkte Verbindung zum Strandbad Langel. Um 1913 war dann die Ausbildung der Rheinpromenade erst einmal abgeschlossen.

Ergänzungen: Kriegsdenkmal, Treppenanlage, Agenturgebäude und Erweiterungen[Bearbeiten]

Erst 1924 ersetzte eine Treppenanlage mit zwei Aufgängen die bisherige Holztreppe hinauf zur Uferstraße. Sie ist bis in die Gegenwart Teil eines Denkmals für die Opfer des Ersten Weltkriegs, an dem die beiden Aufgänge links und rechts vorbeiführen. Das Denkmal zeigt einen sterbenden Löwen auf einem Sockel mit Inschrift. Der Pavillon mit Lagerraum wurde dann 1925/26 als Agenturgebäude für den Erwerb von Schiffsbillets ergänzt. Zudem entstand in dieser Zeit an der Uferstraße anstatt des rheinseitigen Zauns eine Mauer.

Zahlreiche Bomben und Granaten trafen im Zweiten Weltkrieg auch die Uferpromenade. Nach der Trümmerbeseitigung wurde die Anlage mit der Lindenallee wieder in Form gebracht. 1952 erfolgte dann eine Verlängerung der Promenade um rund 100 Meter nach Norden und um einige hundert Meter nach Süden. Schlamm und Kies für die Aufschüttung stammten von einer Ausbaggerung vor dem Rosenhügel in Zündorf.

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

Unser Porz, Heft 14: Porz und der Rhein. Porz 1972

  1. vgl. Jürgen Huck: Der Rhein und seine Ufer. In: Unser Porz 14.1972, S. 30
  2. Schreiben Bürgermeister Sternenberg (Urbach) am 20.4.1855, zit. n. Jürgen Huck: Eisenbahnbau im Raume Porz. In: Rechtsrheinisches Köln 3.1977, S. 141.
  3. "Porz in alten Ansichten, 1977"
  4. Andere Quellen sprechen von der Köln-Mülheimer Dampfschiffahrts AG