Heidestraße

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Sie stehen noch heute: Die Häuser Nr. 232 und 234. AK 1905, Verlag Fritz Schneider
AK-Ausschnitt, links die Brücken über den Scheuerbach

Historisches[Bearbeiten]

Viehtrift[Bearbeiten]

Ursprünglich diente dieser Straße wesentlich der Wahner Bevölkerung zum Viehtrieb in die Wahner Heide, genannt die Wahner Viehgasse. Sie führte dabei durch ein Gatter eines langen hölzernen Zaun, der das Wild aus der Wahner Heide von den Äckern der Bauern in den Dörfern Wahn, Elsdorf, Urbach und Eil fernhalten sollte. Dieser Wildzaun verlief parallel zum Mauspfad etwa auf der heutigen Trasse der Autobahn A59. Das Gatter wurde Grengel genannt. Jenseits des Mauspfads teilte sich der Weg. Nordöstlich verlief die Verbindung nach Hasbach (heute Rösrath-Hasbach), südöstlich der Weg nach Altenrath.

Aus der Wahner Heide floss der Scheuerbach, nachdem er den Mauspfad unterquert hatte, von Süden kommend unter der Viehgassse hindurch und dann an ihrer nördlichen Seite entlang bis zur heutigen Sportplatzstraße, um von dort nach Nordwesten in den Teichen des Bieselwaldes langsam zu versickern. Daher führten auf diesem Abschnitt alle Zugänge zu Häusern auf der Nordseite über kleine Brücken. Erst mit der Fertigstellung des Rheinkanals I im Jahr 1926, der seitdem hier unter der Heidestraße verläuft, verschwanden Bach und Brücken.

Schiessplatzstrasse[Bearbeiten]

Vom Kornblumenweg bis zur Kaserne hieß dieser Straßenabschnitt seit der allmählichen Dauernutzung des Artillerie-Schiesslatzes nach 1871 Schiessplatzstraße. Sie war die Hauptverbindung zwischen dem Bahnhof Wahn und dem Schiessplatz, zunächst in einer Achse Bahnhofstraße - Kirchgasse (beides heutige Sankt-Sebastianus-Straße) - geradeaus über die Frankfurter Straße in die heutige Wilhelm-Ruppert-Straße. Es folgte eine S-Kurve - hinter heute Lidl bis zur Höhe Kornblumenweg - auf die heutige Heidestraße. Im Jahr 1870 wurde die Gasse zu einer Straße von etwa acht Metern Fahrbahnbreite ausgebaut. Weil die Straße seit dem Bau des Bahnhofs durch die militärische Nutzung stark abgenutzt wurde, übernahm die Garnison seit 1872 zwei Drittel ihrer Instandhaltungskosten[1]. Ab 1917 folgte zunächst auch die Wahner Straßenbahnlinie nach Lind dem Verlauf der Schießplatzstraße. Während der Besatzungszeit 1920 bis 1927 wurde die Straße dann von den Franzosen Rue de Tir genannt.

Adolf-Hitler-Straße[Bearbeiten]

Adolf-Hitler-Straße mit Straßenbahn, AK um 1939, Verlag unbekannt

Sehr bald nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Gemeinderat Porz wurde die Schießplatzstraße am 29.9.1933 in Adolf Hitler-Straße umbenannt. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in das entmilitarisierte Rheinland im März 1936 erfolgte der Ausbau der Wahner Kasernen. Der neue Kommandant wünschte eine gerade Verbindung von der Kaserneneinfahrt zur Frankfurter Straße. Die Bahnhofstraße wurde daraufhin um 1938 auf ihrem letzten Stück nach Norden verschwenkt und so entstand eine neue Kreuzung Bahnhofstraße / Frankfurter Straße / Adolf-Hitler-Straße. Die neue Straße führte durch bis dahin landwirtschaftlich genutzte Flächen, an ihrer nördliche Seite verliefen nun auch die Straßenbahnschienen. Auch der alte Abschnitt in Wahnheide wurde deutlich verbreitert.

Im Oktober 1945 erhielt die Straße schließlich ihren heutigen Namen Heidestraße.

Straßenabschnitte[Bearbeiten]

  1. von Kreuzung Frankfurter Straße / St. Sebastianus-Straße bis Kreuzung Cäcilienstraße / Am Kindergarten (Fußweg); 1-7 (N) 2-8a (S)
  2. bis Kreuzung Sankt-Ägidius-Straße / Wilhelm-Ruppert-Straße; 11-29 (N) 14-30 (S)
  3. bis Kreuzung Albin-Köbis-Straße / Max-Reichpietsch-Straße; 31-49 (N) 38 (S)
  4. unter BAB 59 bis Einmündung Guntherstraße; 159-165 (N) 140-158 (S)
  5. bis Einmündung Sportplatzstraße / Linder Weg (Fußweg); 179-191 (N) 170-198 (S)
  6. bis Einmündung Magazinstraße; 197-225 (N) 200-218 (S)
  7. bis Kaserneneinfahrt / Knick zum Linder Mauspfad; 227-245 (N) 220-256 (S)

Historische Bauwerke[Bearbeiten]

In ganz Wahnheide gibt es kein einzige Bauwerk, das als Denkmal geschützt ist. Viele historische Bauwerke wurden während der Stadtphase von Porz abgerissen, einige wenige historische Gebäude bestehen (bislang) noch heute.

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

Krix, Benno: Zwischen Schiessplatz und Autobahn. Teil 1. In Rechtsrheinisches Köln 32.2007

  1. vgl. Krix, S. 114 (siehe Literaturhinweis).