Deutsche Cotton-Oel-Werke

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Vorgeschichte[Bearbeiten]

Warenzeicheneintrag 17.08.1895

Maximilian Joseph Philips, 1839 in Aachen geboren, entstammte einer niederländischen Kaufmannsfamilie. Seine Familie betrieb in Klein-Auheim unmittelbar am Main seit etwa 1859 eine Zigarrenfabrik, die aber wohl bereits zurMitte der 1870er Jahre nichts mehr einbrachte. Spätestens Anfang der 1880er Jahre nutzte Max Philips die Gebäude für seine Offenbacher Margarinefabrik (an 1884 mit Filiale in Leipzig), die unter anderem das Haushaltsfett "Cornelene" als Nahrungsmittel herstellte. Es war ein Nachahmungsprodukt des in Chicago produzierten "Goldenen Cottolene". Gelblich und klar schmelzend bestand es zu 75 Prozent aus Baumwollsamenöl und zu 25 Prozent aus Rindspresstalg[1]. 1895 sicherte sich Philips dann die Warenzeichenrechte an dem "hochfeinen süßen Rollenfett" als "vollständigem Ersatz für Butter & Margarine". 1889 erhielt die Ölraffinerie neue Kessel.[2].

Entwicklung der Firma[Bearbeiten]

Auf den 1. Januar 1896 ist der Eintrag einer Zweigniederlassung der "Deutschen Cotton-Oel-Werke GmbH" durch Max Philips datiert. Zweck war ausweislich der Eintragung die "Fortführung des von der Handelsgesellschaft Max Philips in Offenbach bis dahin betriebenen Fabrikationsgeschäftes und die Herstellung von Rohöl aus Baumwollsaat, sowie die Reinigung des Rohöls, dessen Verkauf und der Verkauf der Nebenprodukte." Das Kapital betrug 550.000 Mark, Geschäftsführer waren Max Philips und sein Sohn (?) August[3]. Es handelte sich also um eine Betriebsverlagerung. Die Raffinerie wurde 1896/97 an der Nordgrenze des Dorfes Porz errichtet und lag unmittelbar am Rhein nördlich neben den Rheinischen Portland-Cementwerken. Sie hatte einen eigenen Schiffsanleger. Max Philips übersiedelte 1899 von Offenbach nach Köln, im selben Jahr wurde die GmbH in die "Deutsche Cotton-Oel-Werke Act.-Ges. Cöln a.Rh." mitt einem Aktienkapital von 1 Mio. Mark umgewandelt.

Aufruf zur letzten Aktionärsversammlung 1907 im Berliner Börsenblatt

Eine 1902 veröffentlichte Bilanz zum 30.09.1901 weist für das Jahr 1899/1900 einen Verlust von 30.290 Mark, von 1900/1901 einen Verlust von 39.362 Mark und für 1901/1902 einen Verlust von 59.040 Mark aus. Der Verlust des ersten Jahres wurde mit dem Contractbruch eines amerikanischen Liferanten, der 2400 Tonnen Saat nicht geliefert habe, begründet. Die Bilanzsumme betrug 1901/02 insgesamt 1.015.436 Mio. Mark. Den Vorstand bildeten Max Philips und Oscar Müller, der Aufsichtsrat bestand aus E.Demenre (Eckamp), E.Schulte-Mönting (Köln) und Georg Starck (Düsseldorf).[4] Das Jahr 1901/02 brachte einen vierstelligen Gewinn, doch dann häuften sich die Verluste an. Ende September 1903 wird nur noch Oscar Müller als Vorstand genannt. Das Geschäftsjahr 1902/03 führte zu moderaten Verlusten von 19.644 Mark, doch im Jahr 1903/04 betrugen sie bereits 207.768 Mark. 1904 nennt das Porzer Adressbuch den Chemiker Dr. Robert Brubacher, wohnhaft zu Porz, als Fabrikdirektor. Bereits im Mai 1905 befand sich die AG in Liquidation. Am Ende des Geschäftsbetriebs wurde im März 1906 ein Totalverlust von 674.265 Mark bilanziert. Im Sommer 1907 wurde die AG endgültig gelöscht.

Nachnutzung[Bearbeiten]

Auf einem Teil des Geländes baute die Firma Porzer Werke für Landwirtschaftliche Bedarfsartikel einen Schuppen und vergrößerte ihr Fabrikgebäude 1907. Sie handelte mit Futtermitteln. Zum Jahresende 1911 befand sie sich ebenfalls in Liquidation. Vermutlich wurden die brachliegenden Flächen und Teile der Anlagen 1917 in das neue Werk der Rhenania AG übernommen.

Quellen, Literatur, Links[Bearbeiten]

(Text)

  1. Biedermanns Zentralblatt for Aggrikulturchemie, 23.1894, S. 274
  2. vgl. Eintrag "Carlo Philips" bei Wikipedia (Link)
  3. vgl. Handbuch der GmbHs im Deutschen Reiche. Leipzig 1898, S. 231
  4. Berliner Börsen-Zeitung v. 25.03.1902, Beilage, S. 20