Bahnhofstraße 2

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Gasthof Zur Rheinecke[Bearbeiten]

Die Vorgeschichte: Bereits im Jahr 1855 wird Wilhelm Kraus (1833-1894) als Gastwirt in Porz unter der Adresse Uferstraße 32 erwähnt. Nach dem Tod seiner Frau Anna Maria geb. Unkel heirate der Witwer deren Verwandte Elisabeth, geb. Unkel (*1856). Doch bereits nach zwei Jahren stirbt auch Kraus 1894. Elisabeth heiratete wiederum zwei Jahre später den Stellmacher Mathias Meis (1869-1913), der auf diese Weise auch zum Gastwirt wurde. Das Gasthaus war ein einfaches Gebäude mit einem Stockwerk und wenigen Fenstern. Zum Ende der 1890er Jahre trägt dieser Abschnitt der späteren Bahnhofstraße daher den Namen Meisstraße. Die Gastwirtschaft war zunächst nur ein Wirtschaftszweig des Ehepaars. Doch die Landwirtschaft wurde wohl immer unwichtiger, bis sich das Ehepaar Meis Ende September 1898 von der Landwirtschaft trennte. Die Äcker in Porz, Eil und Ensen wurden auf neun Jahre verpachtet, das Pferd, zwei Kühe, ein junger Stier, ein Rind, "ferner Ackergeräthschaften aller Art" meistbietend versteigert[1]. Ein Jahr später suchte Mathias Meis über Announcen "tüchtige Fuhrknechte", denn er war zugleich auch als Fuhrunternehmer tätig. Zudem betrieb er auch ein Ziegelei.

Rheinische Volksstimme v. 10.5.1903

Vermutlich um die Jahrhundertwende baute das Ehepaar rechts neben seinem Haus (Bahnhofstraße 6) unter der Adresse Bahnhofstraße 2 ein neues größeres Gebäude an der heutigen Ecke Bahnhofstraße/[[Friedrich-Ebert-Ufer. Im Mai 1903 inserierte Meis sodann einen "gutgehenden Gasthof modern gebaut" für 64.000 Mark. Inserate im Porz-Urbacher Volksblatt werben im November und Dezember 1903 auch für Menschenausstellungen: "der kleinste Mann der Welt mit Riesenvollbart" (25.11.); "der 3 1/2 jährige (...), der ohne Hände und Füße geboren wurde" (12.12.). Im März 1904 wurde Meis noch als Gastwirt genannt, zudem wurden in seinem Gasthaus zwei Säle erwähnt, davon einer im ersten Stock[2].

Rhein- und Ruhrzeitung v. 28.7.1904
Rhein- und Ruhrzeitung v. 24.6.1905

Bereits im April 1904 jedoch wurde das Gasthaus von Peter Höcks geführt, der den Namen "Zur Rheinecke" übernahm. Doch seine Zeit als Gastwirt dauerte kein Jahr

Der "Gasthof zur Rheinecke" um 1910

Im März 1905 wurden Michael Winzen (1866-1927) und seine Frau Katharina, geb. Weinecke (1868-1939)[3] als neue Gastleute genannt. Im Jahr 1907 zeigte sich die strategisch günstige Lage des für seine Zeit sehr repräsentativen zweistöckigen "Gasthof zur Rheinecke. Denn er lag nun direkt am Anfang der Rampe hinab zur neu geschaffenen Dampfer-Anlegebrücke. Eine entsprechende Ansichtskarte ließ Winzen daher auch bald nach Eröffnung dieser Anlegebrücke herstellen. Im Mai 1909 eröffnete Winzen zudem auf der gegenüberliegenden Straßenseite oberhalb des Leinpfads seine Glashalle auf hohen Pfeilern am Rheinufer (heute Nr. 49) mit umlaufender Terrasse. Nach dem Tod von Michael Winzen führte seine Witwe das Gasthaus weiter und ließ 1936 das Wohn- und Gasthaus umbauen und erweitern.

1938 weist eine Ansichtskarte dann den Schwiegersohn Artur Meisen als Eigentümer aus und zeigt zudem ein großes Gesellschaftszimmer. Er war der Ehemann von Sophie Meisen, geborene Winzen. 1947 ließ Meisen einen Saal in der Gastwirtschaft instandsetzen, wenige Jahre später starb er.

Stadtschenke / Casablanca[Bearbeiten]

Sophie Meisen führte das Lokal nun gemeinsam mit Josef Schmitz (früher Kölner Hof) unter dem neuen Namen Stadtschenke weiter, später dann mit Max Gliemroth. Der Pavillon diente zu dieser Zeit auch als Tanzsaal Casablanca.

Bürogebäude / Rheinblick[Bearbeiten]

Erst um das Jahr 2000 wurden die Gasträume in Büroräume umgebaut, Zunächst zog ein Büromaschinen-Händler hier ein. Am Standort des Pavillons wurde hingegen die Tradition der Bewirtung fortgeführt. Unter der Adresse Friedrich-Ebert-Ufer 49 hat sich dort mit einigen Umbauten seit 2008 der Rheinblick in Porz etabliert.

Inhaber/Pächter[Bearbeiten]

Gasthof Zur Rheinecke

  • 1905-1927: Michael Winzen (Eigner)
  • 1928-1838: Katherina Winzen, geb. Weinecke (Eignerin)
  • 1938 - um 1947: Artur Meisen

Stadtschenke Porz

  • 1951 - nach 1960: Sophie Meisen, geb. Winzen (um 1951) und Josef Schmitz; (um 1960)
  • um 1962: Max Gliemroth

Rheinblick

  • 2008-2014: Jamal Mamoun
  • heute: Robert Walzl

Quellen, Literatur und Links[Bearbeiten]

(Text)

  1. vgl. Rheinischer Merkur v. 27.8.1898
  2. Meis blieb weiterhin in Porz aktiv. Er gehörte dem Kameradschaftlichen Kriegerverein als Kassenwart und dem kath. Kirchenbauverein an. Zudem blieb er weiterhin "Präsident" der "Lotteriegesellschaft Rheinecke". Im Jahr 1905 ließ Meis in der späteren Friedrichstraße ein Wohnhaus (Flur 2, 257/149) für Ziegeleiarbeiter errrichten.
  3. Das Grabmal der Familie Winzen findet sich auf dem Friedhof Porz.