SPD-Wahnheide/Lind und Bürgerverein zum Protest bereit

Zur umstrittenen LKW-Verkehrsführung im Zusammenhang mit der Stilllegung der Alt-Deponie Lind haben sich nun der SPD-Ortsverein Wahn, Wahnheide, Lind, Libur und der Bürgerverein Wahn, Wahnheide, Lind zum gemeinsamen Protest gegen weitere zusätzliche Verkehrsbelastungen durch Lkw-An- und -abfahrten über Heidestraße und Linder Mauspfad vereinbart.

In einer „Gemeinsamen Erklärung zur vorläufig geplanten Streckenführung durch Porz-Wahnheide und -Lind“ werden auch Protestveranstaltungen nicht ausgeschlossen, sollte es zu weiteren Verkehrsbelastungen kommen:

„Seit mehr als drei Jahren beschäftigt uns nun schon die Stilllegung der ehemaligen städtischen Hausmülldeponie in Lind und der entsprechend notwendige LKW-Verkehr für die Anlieferung des erforderlichen Materials zur Abdichtung und Rekultivierung.

Seitdem diese Maßnahmen und die dafür notwendigen 100.000 LKW-Fahrten, verteilt auf 3 Jahre, bekannt sind, herrscht zwischen dem Bürgerverein Wahn-Wahnheide-Lind e.V. sowie allen örtlichen Parteien völlige Einigkeit darüber, dass dieser zusätzliche Verkehr nicht durch die Wohngebiete von Wahnheide und Lind geführt werden darf!

Nachdem sich die Stadt Troisdorf geweigert hatte, den gesamten Verkehr über die einzig sinnvolle Trasse, nämlich über die fast unbewohnte Belgische Allee im Gewerbegebiet Spich, zu führen, entstand in einem Treffen zwischen örtlicher SPD und CDU die Idee, eine Baustraße in der Verlängerung der Kasseler Furt zwischen Linder Bruch und Gewerbegebiet Lind zu beantragen. Diese Trasse wurde am 26.08.2008 mit einem gemeinsamen Antrag in der Bezirksvertretung Porz als weitere Alternative beschlossen; dieser steht allerdings derzeit das Umweltrecht entgegen, da das Linder Bruch ein sogenannter „Landschaftsgeschützter Bestandteil“ ist, durch den eigentlich keine Straße gebaut werden darf.

Zwischenzeitlich hat ein Umweltgutachten aber gezeigt, dass die Lärm- und Schadstoffbelastungen entlang der Heide Straße und des Linder Mauspfades in Wahnheide bereits heute derart hoch liegt, dass eigentlich bereits ohne zusätzliche LKW-Verkehre Maßnahmen zu deren Reduzierung ergriffen werden müssten.

Von all diesen Argumenten und Schwierigkeiten unbeeindruckt, hat die Bezirksregierung Köln als Aufsichtsbehörde die Kölner Stadtverwaltung nunmehr angewiesen, ein sogenanntes Planfeststellungsverfahren für die gesamte Stilllegungsmaßnahme einzuleiten, welches derzeit von der Verwaltung vorbereitet wird.

Welche Streckenführung in dem entsprechenden Antrag auf Planfeststellung seitens der Stadt Köln beantragt wird, ist derzeit Gegenstand intensiver Diskussionen zwischen Politik und Verwaltung. Dabei herrscht grundsätzliche Einigkeit, dass eine weitere Belastung der Bürgerinnen und Bürger in Wahnheide und Lind vermieden werden muss.

Um einer Lösung des Problems näher zu kommen, hat sich Oberbürgermeister Jürgen Roters auf Bitten von Christian Joisten, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung Porz, persönlich eingeschaltet. Nach einem, leider unergiebigen, Gespräch mit dem Troisdorfer Bürgermeister stimmt Jürgen Roters derzeit einen Termin mit der Regierungspräsidentin Gisela Walsken ab, um deren Unterstützung für eine Trassenführung außerhalb von Wohngebieten zu gewinnen.

Der Bürgerverein Wahn-Wahnheide-Lind e.V. sowie der SPD-Ortsverein Wahn, Wahnheide, Lind, Libur unterstützen den Oberbürgermeister nachdrücklich in seinen Bemühungen, keine zusätzlichen LKW-Verkehre durch die Wohngebiete von Wahnheide und Lind zu leiten!

Um dieser Unterstützung Nachdruck zu verleihen, sind wir bereit, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die Interessen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger in Schrift und Wort zu vertreten sowie zu gegebener Zeit auch zu  entsprechenden Protest-veranstaltungen aufzurufen“, so die beiden Vorsitzenden Joachim Humberg vom Bürgerverein und Christian Joisten vom SPD-Ortsverein in ihrer gemeinsamen Erklärung.

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