Landtagswahl 2017 – kleine Analyse

Die Landtagswahl ist vorüber, in unserem Wahlbezirk Köln V hat sich Florian Braun durchgesetzt. Allerdings sehr knapp, und bezogen auf den Stadtbezirk Porz hat Jochen Ott mehr Stimmen erzielt. Doch in den dem Wahlbezirk zugehörigen Ortsteilen Brück und Rath-Heumar lag Florian Braun deutlich vorne, was wohl den Ausschlag gab. Diese Ergebnisse haben wir auf porzerleben.de schon berichtet.

Uns interessiert, wem die Wähler in den einzelnen Stadtteilen des Stadtbezirks Porz ihre Erststimme gegeben haben.

ErststimmeBraunOttGeraedtsNüsserHanckeWolf
Endergebnis
2017 in %CDUSPDAfDFDPGRÜNEDIE LINKE
Köln31,3132,465,338,7610,847,42
Wahlbezirk Köln V36,1335.517.557.255.555.02
Stadtbezirk Porz34.936,318.057.055.475.14
Eil35.2737,29.396.794.563.83
Elsdorf37.4838,737.055.674.434.7
Ensen34.3237,087.477.784.745.99
Finkenberg33.3936,8211.95.673.437.27
Gremberghoven22.7541,6212.73.884.769.88
Grengel31.3436,2311.438.085.445.34
Langel40,1133.086.926.065.93.49
Libur53,3225.636.496.334.272.22
Lind33.538,28.898.774.453.94
Poll33.34375.686.488.786.07
Porz Zentrum32.3737,328.156.025.787.46
Urbach32,1439,3610,056,914,134,68
Wahn35,9235.769.356.94.744.78
Wahnheide34.2535,858.678.055.24.23
Westhoven35,0334.026.149.136.855.73
Zündorf39,4938.836.017.235.023.73

Jochen Ott hat in elf der sechszehn Stadtbezirke die meisten Stimmen erhalten, Florian Braun hingegen in den fünf Stadteilen Langel, Libur, Wahn, Westhoven und Zündorf.

Das beste Ergebnis erzielte Jochen Ott in Gremberghoven mit 41,62 Prozent, das schlechteste in Libur mit 25,63 Prozent. Jochen Ott wird den Wahlkreis als Landtagsabgeordneter weiter vertreten, weil er über die SPD-Landesliste gut abgesichert war (Platz 6) und so aufgrund der Zweitstimmen in den Landtag einzieht. Das Ergebnis von Jochen Ott liegt im Stadtbezirk Porz 3,85 Prozent über dem durchschnittlichen Erststimmen-Ergebnis der SPD in Köln.

Spiegelbildlich ist hier das Ergebnis von Florian Braun: Stolze 53,32 Prozent in Libur und lediglich 22,75 Prozent in Gremberghoven. Florian Braun erringt im Wahlbezirk das Direktmandat, im Stadtbezirk Porz lag sein Stimmanteil um 3,59 Prozent über dem durchschnittlichen Erstimmen-Ergebnis der CDU in Köln.

2010 und 2012 stellte sich im rechten Parteienspektrum proNRW zur Wahl. Diese Partei verzichtete 2017 auf eine Teilnahme. Erstmals kandidierte 2017 nun die AfD bei einer NRW-Landtagswahl. Ihr Kandidat Wilhelm Geraedts erzielte in vier Stadtteilen zweistellige Stimmenanteile: Er erreichte in Gremberghoven 12,7 Prozent, in Finkenberg 11,9 Prozent, im Grengel 11,43 Prozent und in Urbach 10,05 Prozent. In fünf Stadtteilen blieb der Kandidat unter 7 Prozent, das niedrigste Ergebnis betrug in Poll 5,68 Prozent. Das Ergebnis von Wilhelm Geraedts liegt im Stadtbezirk Porz 2,72 Prozent über dem durchschnittlichen Erststimmen-Ergebnis der AfD in Köln, er wird aber kein Landtagsabgeordneter. Allerdings ziehen drei andere Kölner über die AfD-Landesliste in den NRW-Landtag ein.

Christian Nüsser war der Direktwahlkandidat der FDP. Ihm gaben in Westhoven 9,13 Prozent der Wähler ihre Erststimme, in Gremberghoven hingegen nur 3,88 Prozent. Das Wahlergebnis von Christian Nüsser im Stadtbezirk Porz war um 1,71 Prozent schwächer als das durchschnittliche Erstimmen-Ergebnis der FDP in Köln. Aus Köln kommt nur Yvonne Gebauer (Wahlbezirk IV) über die FDP-Landesliste wieder in den neuen Landtag.

Der Kandidat Jörg Hancke von den GRÜNEN erreichte in Poll 8,78 Prozent, hingegen in Finkenberg nur 3,43 Prozent der abgegebenen Stimmen. In vielen Porzer Ortsteilen halbierten sich die Ergebnisse für die GRÜNEN. Das Wahlergebnis von Jörg Hancker im Stadtbezirk Porz ist desaströs: Es war nahezu um die Hälfte, um 5,37 Prozent schwächer als das durchschnittliche Erstimmen-Ergebnis der GRÜNEN in Köln. Er wird nicht in den Landtag einziehen, stattdessen aus Köln erneut Arndt Klocke (Wahlbezirk III) sowie Berivan Aymaz (Wahlbezirk VI).

Dieter Wolf erreichte für DIE LINKE in Gremberghoven 9,88 Prozent, in Libur waren es dafür gerade 2,22 Prozent. Dieter Wolf wird kein Landtagsabgeordneter. Obgleich die Linke NRW-weit Zugewinne erzielte, fehlten der Partei landesweit 8.500 Stimmen, um die 5-Prozent-Hürde zu überspringen. Anfang Juni 2017 will der Vorstand der Partei entscheiden, ob er das Ergebnis wegen möglicher Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung anfechtet.

Die Hintergründe dieses Abschneidens liegen in der unterschiedlichen sozialen Zusammensetzung und lebensweltlichen Prägung der einzelnen Stadtteile. Wenn Sie das im Detail interessiert, lesen Sie bitte unseren Artikel „Kleine Porz-Statistik„.

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