Zentrum: Alles so schön eng hier?

Meinungsartikel von Redaktionsmitglied Andreas Vogel

Die Beplanung der Innenstadt schreitet irgendwie voran – nix Genaues weiß man nicht. Vielleicht erfahren ja unsere Bezirksvertreter mehr bei ihrer Sitzung am 20.Oktober. Auf jeden Fall findet sich nun im Amtsblatt der Stadt Köln eine Bekanntmachung zur Einziehung von Straßen- und Platzflächen von Friedrich-Ebert-Platz, Wilhelmstraße und Josefstraße. Binnen drei Monaten sind Einsprüche möglich.

B1

Variante B1 aus der Machbarkeitsstudie

Was bedeutet das nun? Einige dieser Flächen grenzen unmittelbar nördlich und östlich an den Karstadt/Hertie-Bau, andere Flächen sind Teil des Friedrich-Ebert-Platzes und liegen rings um den Reisebüro-Bau. Der Rat und die Stadt favorisieren die Lösung B1 der Machbarkeitsstudie (siehe Skizze). Hierbei werden Flächen bebaut, die bisher zu einer Straße oder dem Friedrich-Ebert-Platz gehörten, andere bisher bebaute Flächen werden zu Straßen. Der Friedrich-Ebert-Platz ist zwar in der Skizze weiterhin benannt, existiert dann aber faktisch nur noch als „Plätzchen“.

Und hier beginnt man doch Fragen zu stellen: Die Machbarkeitsstudie geht von einer „liegenden Acht“ als „idealer Wegführung“ in der Innenstadt aus. Diese bezieht die neuen Gebäude, die Herrmannstraße, die Bahnhofstrasse nur teilweise und dann den Bereich „An der Sparkasse“ ein, der ja völlig ladenfrei ist. Hingegen wird die westliche Bahnhofstraße, die Hauptstraße und werden selbst die Läden auf der Wilhelmstraße nicht einbezogen – was aber wohl dem Auftragsumfang der Machbarkeitsstudie geschuldet ist.

Kommt die Variante B1 wie geplant und liegen die Eingänge zu den neuen Läden wie eingezeichnet, dann führt dies zu einer weiteren Abschottung gegen die Hauptstraße und gegen die Wilhelmstraße. Und auch der Weg auf die hässliche Stadt-Porz-Fehlplanung Fußgängerüberführung wird von keinen neuen begehbaren Geschäften gesäumt. Dafür entsteht ein neuer öder Durchgang direkt zwischen Hauptstraße und neugebautem Dechant-Scheben-Haus.

Dies alles macht nun sehr den Eindruck einer bloßen Insellösung, die abschottet, anstatt zu öffnen. „Stadt“-Entwicklung geht anders. Erforderlich wäre eine integrierte „große“ Planung – unter Einbezug von Hauptstraße, Karlstraße, dem Gebiet nördlich der Karlstraße, dem heutige Parkplatz-Areal des alten Busbahnhofes und einschließlich einer Verkehrsplanung, welche die südliche Hauptstraße deutlich entlastet und als Einkaufsstraße merklich aufwertet. Alles andere bleibt Provinz.

Hier die Bekanntmachung der Stadt im Wortlaut:
„Es ist beabsichtigt, Teilbereiche des Friedrich-Ebert-Platzes in Köln-Porz (…), einen Teilbereich der Wilhelmstraße (…) und einen Teilbereich der Josefstraße (…) einzuziehen. Die Einziehung erfolgt aus überwiegenden Gründen des öffentlichen Wohles. Nach § 7 Abs. 4 Straßen- und Wegegesetz NRW ist die Absicht der Einziehung mindestens drei Monate vor der Einziehungsverfügung öffentlich bekanntzumachen, um Gelegenheit zu Einwendungen zu geben. Ein Plan, aus dem die Lage der einzuziehenden Fläche ersichtlich ist, kann beim Bauverwaltungsamt, Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln, Zimmer 13 C 61, montags und donnerstags von 8.00 – 16.00 Uhr, dienstags von 8.00 – 18.00 Uhr, mittwochs und freitags von 8.00 – 12.00 Uhr sowie nach besonderer Terminvereinbarung (Telefon 0221/221-23662) eingesehen werden. Einwendungen können beim Oberbürgermeister der Stadt Köln, Bauverwaltungsamt, Stadthaus, Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln, schriftlich oder mündlich zur Niederschrift erklärt werden. Die Absicht der Einziehung wird hiermit öffentlich bekannt gemacht.“

 

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