Klares Porzer „Nein“ zu Reker-Plan! – Absage an Massenaufnahmelager in Porz-Lind

kaserne wahnIn der Diskussion um eine von der Stadt vorgeschlagene Flüchtlingsunterbringung auf einem ehemaligen Kasernengelände in Porz-Lind hat jetzt die Bezirksvertretung auf Initiative der SPD-Fraktion ein klares „Nein“ ausgesprochen und eine Massenunterkunft für Flüchtlinge am Standort der Kaserne in Porz-Lind abgelehnt. In der Sondersitzung am 25. August beschloss die Bezirksvertretung einen entsprechenden Antragstext der SPD als gemeinsamen Antrag aller Fraktionen.

Darin wird die Stadt aufgefordert, die städtischen Leitlinien für die Unterbringung von Flüchtlingen gegenüber dem Land auch für dessen Standorte einzusetzen.

SPD-Fraktionschef Dr. Simon Bujanowski erklärte: „Die Leitlinien der Stadt haben sich bewährt, sie haben hohen integrativen Charakter und stellen die menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge in den Mittelpunkt. Kleine dezentrale Einheiten sorgen zudem dafür, dass Initiativen vor Ort die neuen Bewohner schnell integrieren können, was diverse Porzer Bürgerinnen und Bürgern in mehreren Willkommenskreisen bereits vorbildlich zeigen. Eine Massenunterkunft auch für die Erstaufnahme wäre hingegen kontraproduktiv, damit ist niemandem geholfen.“

SPD-Ratsmitglied Christian Joisten sagte: „Massenunterkünfte mit 1.000 Flüchtlingen oder mehr bergen ein hohes Überforderungspotenzial für die darin lebenden Flüchtlinge wie für die Menschen in der Nachbarschaft. Dies gilt in besonderer Weise für den von der städtischen Task Force unter Leitung von Henriette Reker selbst vorgeschlagenen Standort auf einem Gelände an der Luftwaffenkaserne Wahn im Stadtteil Lind, der mit seinen 3500 Einwohnern nicht ansatzweise über die erforderliche Infrastruktur verfügt. Daher erwarten wir von allen beteiligten Akteuren, dass sie nach verträglichen Lösungen in urbanerem Umfeld suchen.“

In der Debatte stellte die Verwaltung auch die drastisch gestiegenen Flüchtlingszahlen sowie die ebenfalls deutlich nach oben korrigierten Prognosen vor. In Porz sind demnach derzeit ca. 1.300 Personen untergebracht, rund 17% der Flüchtlinge in Köln. Bujanowski sagte: „Nach wie vor drängen wir darauf, die Flüchtlinge – wie in der Leitlinien auch vorgesehen – gleichmäßig über das Stadtgebiet zu verteilen, um die stadtweite Integrationsfähigkeit optimal auszunutzen und einzelne Veedel nicht zu überfordern.“

Die Bezirksvertretung Porz beschloss den Initiativantrag der SPD-Fraktion als gemeinsamen Antrag aller Fraktionen mit großer Mehrheit.

 

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