Gedanken zur Innenstadt (1)

Häßlicher Abschluss der Fußgängerzone: Die Hauptstraße

Häßlicher Abschluss der Fußgängerzone: Die Hauptstraße mit Absenkung und Brücke

Nun ist sie also da, die Machbarkeitsstudie zur Zukunft der Porzer Innenstadt. Die Studie hat viele bedenkenswerte Stärken, aber einiges ist auch nicht zu Ende gedacht. Wer die Situation dauerhaft verbessern will, muss zunächst die relevanten Wahrheiten benennen und damit auch den Finger auf die Fehler der Vergangenheit legen. Dies geschieht in der Studie erfreulicherweise, allerdings nur teilweise.

Dieser erste Gedankenblock soll nur erst einmal Wahrheiten und Fehler benennen:

  1. Die Position des „Porzer Zentrums“ ist aus heutiger Sicht an völlig falscher Stelle. Verkehrstechnisch liegt Urbach mit dem Knotenpunkt Frankfurter Straße / Kaiserstraße und der Nähe zur Autobahn deutlich zentraler und ist besser erreichbar. Aber die Verortung des Zentrums ist heute nicht mehr zu ändern. Dennoch: Eine Verküpfung mit Urbach sollte im Hinterkopf der Planer bleiben, auch was Shopping-Angebote betrifft.
  2. Porz-Zentrum liegt eingeklemmt zwischen dem Rhein, der Eisenbahn und Industrieflächen im Süden. Auch nach Norden gibt es kaum Entwicklungsflächen. Dennoch git man weiterhin Wohn- und Verwaltungsgebäuden den Vorzug vor einer attraktiven Innenstadtplanung.

  1. Porz-Zentrum ist für Auswärtige schlecht erreichbar. Von der Autobahn sind die Anfahrten über Bergerstraße und Kaiserstraße zu lang, die Line 7 kommt südlich nur aus Zündorf, Busse irren auf erheblichen Umwegen aus dem rechtsrheinischen sonstigen Köln nach Porz-Zentrum. Wer mit der DB eintrifft, den erwartet, sofern er nicht den Bus nimmt, ein unattraktiver Fußweg bis zu den Ladenzeilen.
  2. Die Stadtsanierung der 70er Jahre war ein bis heute anhaltende Katastrophe und eine Planungsorgie in Beton: Das Parkhaus, Karstadt, die Fußgängerbrücke über die Hauptstraße, der Friedrich-Ebert-Platz, das Dechant-Steben-Haus.
  3. Weder Sichtachsen noch durchgehende Shoppingwege wurden angelegt. Die Studie hat mir dem Gedanken der „liegenden Acht“ (Seite 17) grundsätzlich völlig recht. In Porz kann man nicht shoppen, weil es keine durchgängigen Ladenstraßen gibt, man weder im Kreis noch im Viereck laufen kann, ohne öde Strecken zu passieren (Spakarkassengebäude, Straßenbahnstrecke 7, Dechant-Steben-Haus, schon früher: Karstadt-Außenfronten).
  4. Das Filetstück Rheinufer hat die Politik mit dem Rathaus verbaut – fast keine Geschäfte, keine Cafes, die beiden Restaurant stehen leer – warum? Das ist zu ändern – dringend. Was finden Shopper am Rhein?
  5. Der Norden ist durch einen Backsteinriegel längs der Kalrstraße verbaut, dessen Geschäfte durch Vorbauten nahezu unsichtbar sind, entsprechend schwer ist es, hier erfolgreich Ladeninhaber zu sein. Dieser große rote Block stoppt zudem jede Entwicklungsmöglichkeit nach Norden hin zum aktuellen Schulengelände hin.
  6. Der Straßenverkehr wird konzeptlos geführt. Ein frühzeitiges Einbahnstraßensystem um das Zentrum herum hätte die Straßen zum Shoppen breiter gemacht. Heute ist die Hauptstraße mehr hektische Durchgangsstraße mit überbordendem Auto- und LKW-Verkehr denn Zuführung zum Zentrum.
  7. Die Nähe zum Rhein kam bisher in keinem Planungspunkt zum Zuge. Das würde sich auch durch eine „schlankere“ Fußgängerbrücke nicht ändern. Nur Shoppingangebote bis zum Rhein und am Rhein können dies ändern.

(Wird fortgesetzt)

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