Kategorie: Kultur

Kultur-Meldungen und Berichte für Köln-Porz. In dieser Rubrik finden Sie auch die Themen Glauben, Brauchtum und Karneval.

Maibaum? Wo denken Sie hin!

Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass wir 2021 Anfang Mai noch schärfere Restriktionen haben: 2020 stand die Tradition des Maibaum-Setzens unter den Restriktionen der Corona-Pandemie. Alle üblichen Verkaufsstellen rund um Porz waren entfallen, bereits drei junge Menschen galten als eine unzulässige Gruppe und verstießen gegen das geltende Kontaktverbot. Im Vergleich zu 2021 nahezu himmlische Zeiten, konnte man doch im Privatverkauf mitunter noch einen Baum ergattern und ihn nachts aufstellen.

Dieses Jahr macht die nächtliche Ausgangssperre ein Aufstellen allenfalls ab 5 Uhr am 1. Mai möglich. Doch woher den Maibaum nehmen? Die Online-Bestellmöglichkeiten sind vermutlich längst ausverkauft. Und rechtsrheinisch bietet kein Händler stationär Maibäume zum Verkauf. Auch die Hoffnungen der Forstgemeinschaft Lochte/Jakobs, 2021 wieder Bäume zu verkaufen, sind zunichte: „Leider ist es uns, der Verkaufsgemeinschaft Jakobs/Lochte, auch in diesem Jahr nicht möglich, in Porz-Libur Maibäume zu verkaufen. Wir hoffen im nächsten Jahr auf bessere Verkaufsbedingungen und eine Corona freie Zeit.“

Na dann heißt es für Alle Liebenden: gedulden bis ins Jahr 2022.

Lesen Sie gerne ? Wege zu neuem Lesestoff in Porz

Bücher sind in Corona-Zeiten ein echtes (Über-)-Lebensmittel, sie entführen sie uns in andere Zeiten und Welten und bieten uns in dieser erlebnisarmen Zeit so manches Abenteuer. Doch Lesestoff wird auch schnell knapp – und nicht jedes ausgelesene Buch will man in seinen Bücherregalen aufheben. Was also tun?

Zum Neupreis kaufen? Das geht bei den beiden letzten verblieben Buchhandlungen in Zündorf (Buchhandlung Boya, Wahner Str. 5) und Wahn (Wahner Bücherstube, Frankfurter Str. 198) aktuell nur als abzuholende Buchbestellung.

Ausleihen? Die Zweigstelle der Stadtbibliothek bietet aktuell den Abholservice „Bibliothek to go“ für vorbestellte Werke.

Gratis erhalten? Die Idee der öffentlichen Bücherschränke weitet sich auch in Köln aus. Ein offener Bücherschrank wird in der Regel von Paten im Nahbereich betreut. Aktuell gibt es im Stadtbezirk vier im Außenbereich zugängliche Schränke: in Porz-Mitte (Fußgängerzone Hermannstraße), in Eil (Pfarrer-Oermann-Platz/Parkplatz) und in Gremberghoven (Bahnhofsplatz) und in Poll (Hof der Ahl Poller Schul). Zudem findet sich in Eil auf dem Gut Leidenhausen ein Inhouse-Bücherschrank. Für offene Bücherschränke gilt: Hier kann man Bücher kostenlos entnehmen, sich aber auch von gelesenen Büchern trennen und diese einstellen.

Gebraucht kaufen/gebraucht verkaufen? Das funktioniert coronabedingt auf Bücherflohmärkten aktuell nicht, auf Online-Marktplätzen über Online-Antiquariate natürlich immer.

Ganz neu ist jetzt aber: Für Porz baut porzerleben.de einen neuen Service auf: Verkaufen oder kaufen Sie privat gelesene, aber sehr gut oder gut erhaltene Bücher lokal ohne lästiges Verpacken und Versenden. Wie das geht? Ganz einfach:

So geht das Kaufen: Auf unserer neuen Seite „Bücherflohmarkt“ finden Sie alle aktuell angebotenen Bücher von den Verkäufer/-innen aufgelistet. Sehen Sie sich die Listen durch oder suchen Sie gezielt nach Autoren oder Werken. Wenn Sie fündig werden, kontaktieren Sie direkt per Email die verkaufende Person zwecks Abholung und Bezahlung.

So geht das Verkaufen: Laden Sie sich die Vorlage unserer Excel-Liste herunter, füllen Sie diese Liste mit den Werken, die Sie verkaufen wollen, benennen Sie Ihren Preis und den Erhaltungszustand. Diese Liste mit mindestens fünf Büchern senden Sie uns und wir veröffentlichen sie ohne Entgelt und ohne Provision. Probieren Sie es aus!

Museumsbesuch im März

Ganz für uns … das Ostasiatische Museum (Fotos: porzerleben.de)

Am vergangenen Wochenende war die Redaktion endlich mal wieder im Museum. Die Wahl fiel auf das Ostasiatische Museum (MOK) in Köln. Nach vorheriger Online-Anmeldung haben wir uns pünktlich eingefunden. Der (kostenlose) Parkplatz war bis auf einen PKW leer, im großen Foyer gerade einmal zwei andere Gäste. In der Ausstellung selber haben wir dann nur eine andere Person weit vor uns gesehen – ansonsten hatten wir dieses Museum für eine Stunde ganz für uns.

Was gab es zu sehen? Neben den Exponaten der Dauerausstellung zunächst die Sonderausstellung „Kunst auf Lager – Entdeckungen aus dem Depot“. Bei einer Malerei-Inventur im MOK fanden sich Anfang 2020 Werke, die es verdient haben, gezeigt zu werden. Vier Meter hoch ist eine monumentale Herbstlandschaft des chinesischen Malers Wen Zhengming aus dem 16. Jahrhundert, die zu Unrecht in Vergessenheit geriet.

Uchiyama Ukai

Uchiyama Ukai (1907-1983)

Der japanische Maler Uchiyama Ukai (1907-1983) schenkte der Stadt 1965 drei Hängerollen. Auch sie waren noch nie zu sehen. Darunter ist ein Köln-Panorama, das in Tokyo um 1960 entstanden ist. Es fasziniert durch seine mit wenigen Strichen entstandene Leichtigkeit. Der Kölner Dom ist flächig gemalt und doch wirkt er von Weitem viel ausgestalteter. Uchiyama Ukai war auch ein meisterhafter Kalligraf, was wohl auch Voraussetzung für die gelungene Anwendung dieser Technik ist. Weiterhin sind Exponate der chinesischen Malerei des 20. Jahrhunderts zu sehen, inspiriert von der Moderne.

Dreidimensional wird es dann in der Kabinettausstellung „Trunken an Nüchternheit. Wein und Tee in der Chinesischen Kunst“. Sie zeigt Keramiken und Lacke, Malerei und Kalligrafie rund um das Teetrinken. Der Genuss von Tee sollte Krankheiten beseitigen und meditierenden Mönchen zu höherer Konzentration verhelfen. Beim Wein stand hingegen der Rausch im Vordergrund, verhalf er doch zu Dichtkunst und den klassischen chinesischen Texten zufolge sogar zu mehr Menschlichkeit.

Weitere Informationen zu den Kabinettaustellungen und den Besuchsregeln finden Sie auf der Website des Museum für Ostasiatische Kunst.

 

 

I´mgrand in Porz-Finkenberg – ein Kurzfilm aus 2015

Filmszene „I´mgrand in Köln Porz Finkenberg“ (2015)

Manchmal stolpern wir im Internet über Schätze, die an uns vorbeigelaufen sind. So über den Kurzfilm „I´mgrand in Köln Porz Finkenberg“ von Anna Shapiro und Eugen Herber. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit haben die beiden bereits 2015 Finkenberg und seine Bewohner ins Zentrum gestellt: „Die Protagonisten des Kurzfilms sind unterschiedliche Menschen mit Migrationshintergründen, Bewohner des Stadtteils, von jung bis alt, die ihre persönlichen Interessen und Träume verfolgen. In enger Zusammenarbeit mit den Protagonisten entstand ein Kurzfilm, in dem die Bewohner offen über ihre persönlichen Erfahrungen erzählen und ihre Stärken aufzeigen. Die Multikulturalität wird hier als Qualität aufgegriffen, ohne die Schwierigkeiten mit denen die Menschen konfrontiert sind »verharmlosen« zu wollen.“

Den rund 22-minütigen Kurzfilm sehen Sie auf der Website http://imgrand.de/.

“I’mgrand” ist ein produktives Netzwerk für Menschen, die sich im interkulturellen Raum engagieren möchten. Es handelt sich hier um einen studentischen Projekt der Köln International School of Design (FH Köln), betreut von Prof. Iris Utikal und Prof. Andreas Wrede. Initiiert von Anna Shapiro und Eugen Herber.