Evangelische Kirchengemeinde Porz in den Zeiten der Corona-Krise

Die Evangelische Kirchengemeinde Porz steht vor schweren Aufgaben, sie stellt sich aber aktiv den Herausforderungen

Die „Corona-Krise“ trifft auch die Evangelische Kirchengemeinde Porz und ihre Mitglieder in voller Härte. Sie sieht sich dabei dem Dilemma gegenüber, dass auf der einen Seite den Gemeindegliedern Angebote gemacht werden sollen, zu denen sie als Gemeinschaft eingeladen werden, z.B. Gottesdienste, Chorproben, Konzerte, Kurse, Gesprächskreise und Jugendarbeit, auf der anderen Seite aber sprechen die staatlichen und kommunalen Behörden immer mehr Verbote aus, die die Bewegungsfreiheit der Menschen einengen, die aber die Ausbreitung des Corona-Virus verlangsamen sollen.

Die Gemeindeleitung hat schon sehr früh die Notwendigkeit gesehen, durch ein aktives Krisenmanagement die Gemeindeaktivitäten so zu lenken, dass die Gemeindeglieder über die notwendigen Einschränkungen informiert werden, dass aber auch alternative „Begegnungsmöglichkeiten“ geschaffen werden. Alle Gottesdienste und sonstigen Gemeindeaktivitäten werden bis auf weiteres ausgesetzt, ein „Krisenstab“ der Gemeinde, bestehend aus den vier Pfarrstelleninhabern der Gemeinde, Pfarrerin Ingrid Kibilka, Pfarrer Peter Grafe, Pfarrer Andreas Daniels und Pfarrer Dr. Rolf Theobold sowie dem Vorsitzenden des Presbyteriums, Henning Schützendorf, bewertet in kurzen Abständen die Lage und entwickelt Konzepte, wie das Gemeindeleben auch ohne „physische“ Begegnung stattfinden kann; so läuten z.B. die Glocken der Lukas- und der Pauluskirche zusammen mit den Glocken der katholischen Kirchen in Porz jeden Abend um 19.30 Uhr als Impuls, gemeinsam innezuhalten und zu beten. Jeden Sonntag wird wechselnd ein Gottesdienst in einer der Porzer evangelischen Kirchen aufgenommen und in YouTube und auf der Internetseite der Gemeinde eingestellt, gleiches geschieht mit den Mittwochsandachten in der Markuskirche. Kurz vor Ostern erhalten alle Gemeindeglieder eine Extraausgabe des Gemeindebriefs, in dem Andachten der Pfarrerin bzw. der Pfarrer zu Karfreitag und Ostern angeboten werden.

Seelsorgegespräche werden über Telefon angeboten; Beerdigungen sind im kleinen Kreis nach wie vor möglich.

Die für Mai geplanten Konfirmationen werden in den Sommer verschoben.

Die Verwaltungsarbeit der Gemeinde ist durch die Präsenz einer Mitarbeiterin im Büro gesichert, allerdings ohne Publikumsverkehr, die übrigen Mitarbeitenden arbeiten im Homeoffice. Bis vor kurzem war es auch noch möglich, dass Mitglieder der Gemeinde mit ihren Instrumenten zu einem Altersheim gingen und vor den Balkonen und Terrassen den Bewohnern, die keinen Besuch mehr empfangen dürfen, Musik machten.

Parallel dazu entstehen aber virtuelle Gemeinschaften in den sozialen Medien, in denen die Mitglieder sich gegenseitig bestärken und ermutigen, sich Aufmunterndes zuschicken oder neueste Erkenntnisse teilen. Diese Form der Kommunikation bekommt immer mehr eine spirituelle Dimension, weil nicht so sehr die Information im Vordergrund steht, sondern das Mitfühlen, das Austauschen und das Wahrnehmen des Gegenübers.

Seit dem 1. März 2020 ist das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Porz zum Teil neu zusammengesetzt. Es haben sich keine großen Veränderungen ergeben, aber die Einführung der neu gewählten Mitglieder und die Erinnerung an das Gelübde der bereits vorher gewählten Presbyterinnen und Presbyter muss in einer neuen Form durchgeführt werden. Ursprünglich war der 28. März als Termin dafür vorgesehen, aber nun wird dieses Verfahren so gestaltet, dass alle Beteiligten sich per E-Mail oder Telefon bereit erklären, das Amt auszuüben; dieses Verfahren ist von der Rheinischen Landeskirche so vorgeschlagen worden. Vergleichbares wird bei der Besetzung der verantwortlichen Gemeindepositionen erfolgen. Der amtierende Vorsitzende koordiniert diese Verfahren. Anfang April wird eine Liste der Mitglieder des Presbyteriums in den Schaukästen der Gemeinde ausgehängt werden. Auch die Kommunikation zwischen dem Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch und den einzelnen Gemeinden findet auf diesem Wege statt.

Alle allgemeinen Informationen werden über die Homepage und über die Schaukästen verbreitet.   www.kirche-porz.de

 

Henning Schützendorf

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