Porz: Jedes dritte vierjährige Kind kann zu wenig deutsch

Kölner Bildungsmonitoring – Sprachstandsfeststellung 2010

Im Jahr 2007 zeigte die Schuleingangsuntersuchung in Köln: 18,6 Prozent der Kinder haben unzureichende Deutschkenntnisse. 2009 stieg dieser Wert auf knapp 22 Prozent.

Seit dem Jahr 2009 nun erhebt die Stadt Köln jährlich die Sprachfähigkeit – altersgerechtes und fehlerfreies Sprechen der deutschen Sprache – bei allen vierjährigen Kindern.  Ziel ist es hierbei, den Bedarf an Sprachförderung in deutscher Spache zu ermitteln. Von rund 9.500 Kölner Kindern hatten 2010 insgesamt 29,5 Prozent einen Sprachförderbedarf. Zur Ursachenforschung der Defizite wird dabei  neben der Familiensprache auch der sozioökonomische Hintergrund der Kinder betrachtet. Das Ergebnis: Zwischen Kinderarmut und Sprachförderbedarf gibt es einen starken positiven Zusammenhang – Sozialgeldempfänger haben überproportional Spachförderung nötig.

Detaillierte Daten liegen inzwischen für die Untersuchung 2009 vor: Im Bezirk Porz haben 33 Prozent der Kinder Förderbedarf. Die höchste Quote hat nach Bezirken Kalk (40%), die niedrigste Lindenthal (10%). Nach Stadtteilen gibt es in Hahnwald gar keinen Bedarf, in Chorweiler aber 60 Prozent! Über 40 Prozent liegt der Bedarf in folgenden Porzer Stadtteilen: Gremberghoven, Finkenberg, Eil, Porz-Mitte, Grengel. Zwischen 30 und 39 Prozent hingegen in Urbach, Elsdorf und Libur.

Bei rund der Hälfte der 2009 in Köln getesteten Kinder wird in der Familie nur Deutsch gesprochen. 22 Prozent der Kinder wachsen in einer Familie auf, in der Deutsch und eine weitere Sprache gesprochen wird. Kein Deutsch wird in 17 Prozent der Familien gesprochen. Dabei zeigt der Stadtteil Finkenberg den höchsten Wert von Familiensprache nicht Deutsch auf. In Langel und Elsdorf ist dieser Anteil hingegen sehr gering. Doch dies ist nicht das alleinige Problem. Denn in der Förderung befanden sich 2009 auch 21 Prozent Kinder, deren Familiensprache Deutsch ist, und 29 Prozent Kinder, die zweisprachig aufwachsen.

Hintergrund der Maßnahme ist §36 (2) des NRW-Schulgesetzes. Danach misst das Schulamt zwei Jahre vor der Einschulung mit der Methode „Delfin 4“ zwingend die deutschen Sprachkenntnisse. Eltern sind seit 2007 zur Duldung dieses Testes nach dem Kinderbildungsgesetz NRW verpflichtet.  Bei Defiziten soll das Schulamt das Kind verpflichten, an einer vorschulischen Sprachförderung teilzunehmen, soweit das Kind nicht in einer Tageseinrichtung sprachlich gefördert wird.

Die Tageseinrichtungen erhalten vom Land NRW derzeit 345 Euro pro Jahr und Kind zur adäquaten Förderung. Besucht das Kind aber keine Kindertageseinrichtung, so wird den Eltern empfohlen, ihr Kind in einer Kindertagesstätte anzumelden. Melden die Eltern trotz der Empfehlung ihr Kind nicht an, teilt ihnen das Schulamt mit, an welchen vorschulischen Sprachfördermaßnahmen sie ihr Kind teilnehmen lassen müssen. Die Sprachförderung ist für die Eltern des zu fördernden Kindes kostenlos. Verstoßen Eltern gegen diese Anordnung droht ihnen ein Bußgeld.

Weitere Informationen über dieses Projekt des Aktionsfeldes Bildungsmonitoring finden Sie auf dieser Website der Stadt Köln.

Die ausführliche Darstellung von Methode und Ergebnissen für Köln können Sie als PDF herunterladen:
Sprachstandsfeststellung – Ergebnisse

 

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