„Ferien ohne Koffer“ – eine Kinderkulturwoche

Wieder hieß es in der zweiten Sommerferienwoche für alle reiselustigen Kinder zwischen 8-12 Jahren: „Rucksack packen“, „Anfassen und aufeinander Aufpassen“, „los geht´s zum Bahnhof Porz“ und dann „auf zu neuen Abenteuern“ bei der Erkundung kultureller Highlights in unserer Umgebung.

Im Wissenschaftsmuseum für Kinder, im Odysseum in Köln, erlebten wir den ersten spannenden Tag zu verschiedenen Themen unserer Gegenwart. Was ein Roboter alles nützliches oder auch lustiges machen kann, wenn man ihn richtig programmiert, davon konnten sich die Kinder in einem workshop überzeugen – und sie staunten nicht schlecht über die eigenen Ergebnisse, die am Ende jedes 2er Team den anderen vorführte.

Zu den großen alten Dampflokomotiven ging es am Dienstag nach Bochum ins Eisenbahnmuseum, wo uns riesige Kolosse aus schwerem Eisen und Stahl erwarteten. Einen historischen Reisewaggon aus dem Jahre 1920, mit Hutablage aus Korbgeflecht, edlen hellbraunen Ledersitzen und dem ganzen Charme der „guten alten Zeit“ durften wir ausgiebig von innen erkunden. Ein echter „ruhrpötter Schaffner“ hielt uns mit kleinen Geschichten in Spannung und führte uns durch den gesamten, sehenswerten historischen Fuhrpark. Auch ein altes schwarzes Telefon mit richtiger Wählscheibe, den Kindern durchweg unbekannt, begegnete ihnen dort als Relikt aus vergangenen Tagen. Ordentlich durchgeschüttelt wurden wir abschließend bei der Runde über das Gelände mit einer dampfenden, ruckeligen Bimmelbahn.

Theatererlebnisse standen am Mittwoch auf dem Programm. Zunächst wurde selber ausgiebig im Garten der Lukaskirche gespielt und die Bühne im Kirchsaal genutzt für kleine Pantomimenszenen, bei denen die Kinder ihre komödiantischen und darstellerischen Talente selber ausprobieren konnten. Am Nachmittag ging es dann in das Cassiopaia Theater in Köln, wo uns eine poetische Geschichte von „Max auf den Bäumen „ erwartete, gespielt mit wunderschönen, fantasievollen, teils menschengroßen Handpuppen, die alle in ihren Bann zogen. Der kleine, freche Klecksteufel hatte es den Kindern besonders angetan und nach der Vorstellung mischte er sich „zum anfassen“ unter das junge Publikum, das ihn mit großem Interesse begutachtete.  BILD

Nach der Vorführung hatten die Kinder Gelegenheit, alle Fragen über das Stück an die Puppenspielerin persönlich zu stellen und sich mit Schauspielerin und Regisseur auszutauschen sowie die Hintergrundarbeit eines Theaters kennenzulernen.

Im Neanderthal Museum konnten die Kinder am Donnerstag bei einer Führung unsere Menschheitsgeschichte bestaunen, selber die Veränderung eines Neanderthal-Schädels im Vergleich zum Schädel eines homo sapiens erkunden und erste Erfahrungen aus der Steinzeit beim „Feuer machen“ mit Feuersteinen sammeln. Wie man einen Speckstein formt, mit einem steinzeitlichen Holzbohrer bearbeitet, mit verschieden harten Steinen schleift und schließlich zu edelstem Glanze poliert (als Anhänger), probierte jeder für sich am Nachmittag aus. Mit einem Unikat aus eigener Hand erreichten wir am Abend unser heimatliches Porz.

Den letzten Tag der Kinderkulturwoche erlebten wir in der Bundeskunsthalle in Bonn, wo uns die Augen geöffnet wurden für archäologische Schätze aus Afghanistan. Besonders beeindruckte alle Mädchen der wertvolle Goldschmuck, gefunden in einem Königsgrab, wie er vor fast 3000 Jahren schon die Prinzessinnen und Königinnen dort schmückte. Verschiedenste Formen und Reliefs der ausgestellten Schätze prägten sich die Kinder gut ein und nahmen dies als Inspiration für die Anfertigung eines eigenen Medaillons, dessen Negativ wir zunächst in Ton gestalteten und dann einen feinen Abdruck in Gips gossen. So entstanden wunderschöne, fantasievolle Medaillons, die jedes Kind sorgfältig nach Hause transportieren konnte.

Zu Beginn jedes Tages haben wir gesungen und unser Begrüßungslied fortgeschrieben mit einer neuen Strophe für jeden Tag. In einer Abschlussrunde mit Eltern und Geschwistern konnten wir unser druckfrisches „Kulturwochenlied“ vorsingen und die Erlebnisse für alle noch einmal Revue passieren lassen.

Diese abwechslungsreiche Woche hat uns allen viel Spaß gemacht und auch nächstes Jahr in den Sommerferien werden wir wieder „ohne Koffer“ auf Tour gehen.

Carola Siman

(Gemeindepädagogin)

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