Fortissimo: Schluss mit leisen Tönen!

Honorarkräfte der Rheinischen Musikschule wehren sich!

Die Rheinische Musikschule (RMS) gehört der Stadt Köln. Mit ihrer mittlerweile fast 175-jährigen Tradition zählt sie unbestritten zu den bedeutendsten öffentlichen Einrichtungen in der Bildungs- und Kulturlandschaft und bietet neben Instrumentalunterricht rund 9.000 Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, in großen Ensembles, Orchestern, Chören und Bands gemeinsam zu musizieren.
Der städtische Zuschuss für die RMS ist seit 1994 im Großen und Ganzen unverändert und die RMS muss alleine in diesem Jahr wieder 100.000 Euro sparen. Das führt dazu, dass von den 354 Lehrer*innen 239 nicht fest angestellt sind
und als freie Honorarkräfte arbeiten. Nun schlägt das Kollegium Alarm und kämpft gegen eine Zwei-Klassengesellschaft der Beschäftigten.

Die rund 67,5 Prozent Honorarkräfte im Kollegium der RMS erteilen rund 45 Prozent des gesamten Instrumentalunterrichts.Für 45 min erhalten sie aktuell im Durchschnitt 18,75 Euro. Im Gegensatz zu ihren fest angestellten Kollegen verdienen sie nicht nur deutlich weniger, sie werden auch in den Ferienzeiten (12 Wochen jährlich!) und im Krankheitsfall überhaupt nicht entlohnt. Und dies obwohl die Eltern sämtlicher Musikschüler auch in den Ferien die Unterrichtsgebühren voll begleichen müssen. Auch die sogenannten „Zusammenhangstätigkeiten“ leisten die freien Honorarkräfte unentgeldlich: Dazu zählen Vor- und Nachbereitungen des Unterrichts, Elterngespräche, Beratung beim Instrumentenkauf, Abstimmung mit anderen Lehrkräften usw.

Die Honorarkräfte haben sich inzwischen zu einem „Forum Honorarkräfte“ zusammengeschlossen und fordern mehr Festanstellungen. Der Anteil Honorarkräfte am Kollegium dürfe 25 Prozent nicht überschreiten. Zudem gehört ein deutlich höheres Honorar von 30 Euro pro 45 min Unterricht zu den Kernforderungen. Sprecher Wolfgang Ruland: Die Stadt Köln muss endlich ihre finanzielle Verantwortung gegenüber der Rheinischen Musikschule wahrnehmen! Es kann nicht sein, dass seit 1994 der Etat nicht erhöht wurde, während sich die Schülerzahlen von 4.500 auf 9.000 verdoppelt haben!
Diese Finanzierungslücken wurden bisher teilweise durch Gebührenerhöhungen geschlossen. Größtenteils war die Steigerung der Schülerzahlen jedoch nur durch günstige Honorarverträge möglich: prekäre Beschäftigung bei der Stadt Köln, um Sparauflagen zu erfüllen.“

Das „Forum Honorarkräfte“ hat seine Forderungen inzwischen mit den Fraktionen im Stadtradt diskutiert und es gibt erste Kompromissvorschläge von Seiten der Verwaltung. Wenn Ende August der Haushalt für 2019 eingebracht wird, hofft das Forum, diese Vorschläge noch weiter in Richtung der eigenen Forderungen zu bewegen. Gleichzeitig wird die Vernetzung mit Musikschulen in anderen Kommunen betrieben, in denen die Probleme ähnlich gelagert sind.

Wolfgang Ruland:Das langfristige Ziel des Forums für Honorarkräfte ist es, die Situation aller Musikschullehrer*innen so zu verbessern, dass sie von ihrer Arbeit sowohl jetzt als auch in der Rente leben können – hier in Köln, und idealerweise mithilfe von entsprechender Vernetzung hoffentlich eines Tages auch deutschlandweit. Schließlich geht es darum, musikalische Bildung als wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft zu erhalten und zu fördern.“

Online-Petition: https://www.tinyurl.com/FfH-RMS-Petition
Facebook: https://www.tinyurl.com/FfH-RMS
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=RX4g9pv0-XM

 

 

 

 

 

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