Zeichen der Macht: Der Dreschflegel in falschen Händen

Wehe, wenn der Dreschflegel in die falschen Hände gerät ! „Das kostet richtig viel Bier“, weiß nun auch der Kölner SPD-Vorsitzende und Landtagskandidat Jochen Ott, der partout die Finger nicht vom Dreschflegel des Bauern vom Porzer Dreigestirn lassen wollte …

Zeichen der Macht: Der Dreschflegel in falschen Händen

Zeichen der Macht: Der Dreschflegel in falschen Händen

Der Präsident des Festausschusses Porzer Karneval (FAS) Stephan Demmer musste jetzt einen „Stilbruch“ öffentlich bekennen, der beim Auftritt des Porzer Dreigestirns auf dem SPD-Neujahrsempfang am 21. Januar im Bezirksrathaus unterlaufen war.

Wie Demmer am 01. Februar bei der „Pro-Porzer-Presse-Party“ einräumte, sei ihm ein „Fehler unterlaufen, der mich viel Freibier hätte kosten können“ (siehe Foto: Jochen Ott mit Dreschflegel). Was war geschehen … ?

Das Porzer Dreigestirn mit Prinz, Bauer und Jungfrau besteht als Einheit im Karneval seit 1883. Der Prinz (Dieter I., Herkenrath), der auch „Seine Tollität“ genannt wird, ist der höchste Repräsentant des Kölner Karnevals, der als Oberhaupt des Dreigestirns stets eine Pritsche bei sich trägt. Die Jungfrau (Stefanie Kloß) ist mit Krone und silbernem Spiegel ausgestattet und symbolisiert als „Ihre Lieblichkeit“ die beschützende Mutter Colonia.

Und der Bauer (Dieter Thräne) ? „Seine Deftigkeit“ genannt, steht für den Ausdruck der Wehrhaftigkeit der Stadt. Im Dreigestirn trägt er traditionell einen Dreschflegel in der Hand und symbolisiert damit die Befreiung der Stadt Köln aus der Macht der Erzbischöfe, die bei der Schlacht von Worringen gewonnen wurde.

Chef d´Equipe Hartmut Kloß (einst selbst Prinz der Karnevalssession 2007/2008) weiß nicht nur, was es mit den „Macht-Insignien“ des Dreigestirns auf sich hat, sondern auch, wie man damit umzugehen hat. Und genau da hatte FAS-Präsident Stephan Demmer die „Lage auf dem Porzer Neujahrsempfang einfach nicht gepeilt“, als er des Bauern Dreschflegel bei einer Ordensverleihung auf der Bühne aus der Hand gab, weil der Porzer Landtagsabgeordnete Jochen Ott „das Ding unbedingt mal halten wollte“.

Und das kostet eben „Freibier“, auf dem Ott den FAS-Präsidenten allerdings nicht sitzen lassen wollte: „Schließlich habe ich ihm die Suppe eingebrockt, und deshalb will ich auch für das ausstehende Freibier gerade stehen“, hatte Jochen Ott spontan beim Neujahrsempfang versprochen.

„Wettschulden sind Ehrenschulden, die man umgehend begleicht“ musste Ott bekennen, als er dem FAS-Präsidenten Demmer zu Beginn der Pro Porzer Presse-Party 10 Liter Kölsch nebst einem Dutzend eigens gefertigter Biergläser überreichte. Der bedankte sich und informierte die illustre Runde anschließend über die feine Geste des Landtags-„Abgeordneten“ Ott, der „mir und den versammelten Gästen durch diese Form der Wiedergutmachung zum fälligen Freibier verhalf“.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Jochen Ott die Party bereits vorzeitig verlassen müssen, weil die Geburt der Zwillingstöchter Carla und Luise rief …

Dankesrede des FAS-Präsidenten Demmer

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