Ausstellung entführt in die Frühzeit von Comics und Zeichentrickfilmen
Das Bilderbuch-Museum Troisdorf bietet einmal wieder eine interessante Ausstellung: Sie ist dem Comic-Künstler und Zeichentrickpionier Winsor McCay (1869 – 1934) gewidmet. Dieser hat die vor rund 100 Jahren noch in den Kinderschuhen steckenden Mediengattungen Comic und Zeichentrickfilm wesentlich mit entwickelt.
McCay ist bisher weder in seinem Heimatland, den USA , noch im deutschsprachigen Raum je eine retrospektive Ausstellung gewidmet worden. Dabei kann er als ein wichtiger Zeichner des 20. Jahrhunderts gelten, der eine eigene Bildsprache gefunden hat. In seinen Zeichnungen setzt er sich mit menschlichen Manien, Träumen und Alpträumen auseinander, die auch in seinen beiden Hauptserien »Little Nemo in Slumberland« (ab 1905) und »Dream of the Rarebit Fiend« (ab 1904) Thema sind. McCay nahm auch maßgeblichen Einfluß auf die technische und ästhetische Entwicklung des Films: die ersten Zeichentrickfilme der Filmgeschichte 1911 und 1912 stammen
von seiner Hand.
In der Ausstellung wird hier ausgiebig auch historisches Filmmaterial präsentiert. Außerdem ist das Spätwerk des Zeichners mit politischen Illustrationen zu sehen. Ein abschließendes Kapitel der Ausstellung zeigt, wie das McCayschen Werkes bei Comic-Zeichnern bis in die Gegenwart hinein nachwirkt.
Zur Ausstellung, die von Alexander Braun kuratiert wird, erscheint ein fast 400 Seiten starkes, prächtigbebildertes Katalogbuch, das erstmalig in deutscher Sprache die unterschiedlichsten Aspekte seines Werkes (Jugendstil, Surrealismus, Film, Traumdeutung) beleuchtet.
15.01.2012 – 04.03.2012
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag jeweils von 11:00 bis 17:00 Uhr
